Aachen, Theater Aachen, Theatersaison 2011/12 mit furiosem Auftakt-Festival, IOCO Aktuell, 02.09.2011


Aktuell

Theater Aachen

Theater Aachen © IOCO
Theater Aachen © IOCO

Theater Aachen Saison 2011/12:

Festival-Auftakt vom 2. – 4.9.2011 mit Roger Cicero

Theater Aachen / Die Zauberflöte © Carl Brunn
Theater Aachen / Die Zauberflöte © Carl Brunn

 Das Theater Aachen, bedeutendes Haus mit großem Einzugsgebiet von Köln bis Lüttich, bietet Oper, Konzert, Schauspiel und Cross-Over-Produktionen auf verschiedenen Bühnen: Die  Grosse Bühne des Theaters Aachen mit 730 Sitzplätzen im Parkett und auf 2 Rängen ist Mittelpunkt des Spielplanes. Die Kammer, ebenfalls im Theater gelegen, bietet Schauspiel auf 168 Sitzplätzen. Im EUROGRESS werden die Sinfoniekonzerte gegeben dazu Cross-Over oder Kinder-Projekte  auf der Probebühne Mörgens. Eine prickelnde Palette kultureller Vielfalt des Theater Aachen.  140.000 Besucher zählte man in der Spielzeit 2009/10; 2005 waren es nur 100.000. Erfolgreichste Oper des Jahres 2010 war Die Zauberflöte mit einer Auslastung von 97%. Das Familienstück Robin Hood war der absolute Hit, wenn auch eher für die kleinen Zuschauer: 37 Mal zu sehen, fast immer ausverkauft. ähnlich ausgebucht war  Die Zauberflöte für Kinder, 4 Mal auf der Grossen Bühne gespielt.

Das Budget des Theater Aachen beträgt etwa ¬ 18 Mio, kommunale Zuschüsse € 15 Mio. Etatsicherheit besteht weitgehend, aber doch nicht so ganz. Trotz finanzieller Not freut sich das sinfonieorchester Aachen auf einen neuen Probenraum, den es ab August 2011 im ehemaligen Umspannwerk im Kapuzinercarrè beziehen kann.

Das Theater Aachen hielt  seine Jahrespressekonferenz zum Spielplan 2011/12 auf jener sehr betagten Probenbühne in Mörgens ab. Die sichtbaren Mängel der Probenbühne minderten nicht  das Vertrauen von Intendant Schmitz-Aufterbeck  in die Leistungsfähigkeit seines Mehrspartenhauses.  Schmitz-Aufterbeck  stellte mit noch-GMD Marcus Bosch, Chef-Regisseur Ludger Engels und Chef-Dramaturgin Inge Zeppenfeld das Mammutprojekt  “Spielplan für 2011/12″  vor. GMD Marcus Bosch verlässt das Haus nach 10 Jahren in Richtung Nürnberg. Die GMD-Nachfolge ist noch nicht entschieden. Für die Stelle des 1. Kapellmeisters konnte  der Ungar Pèter Halász gewonnen werden. Peter Halász ist seit 2003 Kapellmeister am Theater Mainz tätig, und das, so die Kritiken, erfolgreich.

Das Theater Aachen startet die neue Saison am  2. September 2011 mit einem funkelnden Kultur-Festival: Den Kurpark Classix, einem Ope Air Festival im Kurpark:   2.9.: A night at the Opera im Theater, 3.9. Cross-Over Konzerte mit Roger Cicero und Classix for Kids mit Malte Arkona, vielen bekannt aus dem Tigentenclub. Den Abschluß des Festivals bildet ein Wunschkonzert, bei dem die Zuschauer zwischen drei Sinfonien entscheiden werden. In den folgenden Monaten konkurrieren  große Oper mit fetzigem Schauspiel, mutige Experimentierstücke mit liebevollem Kindertheater und 8 Sinfoniekonzerten. Ein Mammutprogramm.

Teil dieses Mammutprogrammes sind 24 Premieren: 12 Premieren auf der Grossen Bühne des Theater Aachen: 7  Premieren  für Oper/Operetten oder Kinderoper, 5 Sprechtheaterstücke  runden diesen Premierenreigen  ab. Dazu 6 Premieren in Mörgens und 6 in der Kammer.

Intendant Schmitz-Aufterbeck stellt die kommende Saison nicht unter ein Meta-Motto:  Der Mikrokosmos des Lebens, Keimzellen der Gesellschaft stehen im Fokus des Spielplanes 2011/12: Die Familie, Der Einzelne gegen die Gesellschaft, Allein gegen die Welt. Erste Musiktheaterpremiere ist am 25.9.2011: Die Fledermaus von Johann Strauss. Gefolgt am 6. November 2011 von  Francis Poulenc´s  La voix humaine, einer modernen Oper über eine verlassene Geliebte und, sehr konträr,  Claudio Monteverdi´s Barockoper  Der Kampf von Tankredi und Clorinda,   Wolfgang Amadeus Mozart und Die Hochzeit des Figaro am 4. Dezember 2011,  Guiseppe Verdi und Ein Maskenball am 5. Februar 2012. Tristan und Isolde von Richard Wagner und dirigiert von Heimkehrer Marcus Bosch  kommen am 20. Mai 2012 nach Aachen. Spannende Cross-Over-Projekte in Mörgens und auf der Grossen Bühne  ergänzen die “reinen” Opernpremieren: Die Kinderoper Schaf  von Sophie Kassies mit Musik von Purcell, Händel und Monteverdi (6.10.2011) und das ironisch heitere Moritat  Die Geschichte vom Soldaten von Stravinsky (15.3.2012)  in Mörgens und King Arthur, eine Semi-Oper von Henry Purcell am 1. April 2012,  sind weitere musikalische Leckerbissen. Die Märchenoper Das Kind und die Zauberdinge (L´Enfant et les Sortilges) von Maurice Ravel beschließen im Frühsommer den Reigen der Musiktheaterpremieren.

Das Schauspiel steht 2011/12 unter dem Thema “allein gegen die Welt” und beginnt am 18. September 2011 mit der Musical-Nahen Woyzeck-Version des großen Ôsthetik-Zuckerguss-Meisters Robert Wilson und der Musik Tom Waits nach Georg Büchners Vorlage. Heinrich von Kleists  Novelle um den Rosshändler Michael Kohlhaas folgt kurz darauf (21.9.2011) in Mörgens, Ein Volksfeind von Henrik Ibsen am 11. November 2011 in der Kammer.  Bis hin zu dem Dschungelbuch von Rudyard Kipling (ab 7 Jahre, 18. November 2011, Grosse Bühne) und dem Kinderschauspiel Wie der Elefant seine Freiheit fand von Jorge Bucay für Kinder ab 3 Jahren (Herbst 2011, Kammer) bietet die Schauspielsparte im Theater Aachen aufregendes und absonderliches.

Das sinfonieorchester Aachen wird in der Spielzeit 2011/12 mehr als 40 Konzerte absolvieren: 8 Sinfoniekonzerte finden wie gewohnt im Eurogress statt. Die meisten noch von Marcus Bosch dirigiert, ab 11. September 2011,  mit Stücken von Alban Berg, Richard Strauss und Ludwig van Beethoven.

In Summa: Auch für die Spielzeit 2011/12 präsentiert das Theater Aachen und das Team um Intendant Schmidt-Aufterbeck wieder eine beeindruckende breite Palette von Musiktheater, Schauspiel, Cross-Over und zahlreichen Kinderprojekten. Auf der Grossen Bühne allein werden etwa  220 Vorstellungen gegeben: 90 Musiktheater, 100 Schauspiel, 30 Familienstücke. Der vollständige Spielplan 2011/12  einschließlich der Spielorte liegt ab Juni 2011 vor. Zu wünschen bleibt der Region um das Theater Aachen, dass die großen künstlerischen Herausforderungen des Angebotes nicht von finanzielle Krisen behindert werden.

IOCO / Viktor Jarosch / 20.04.2011

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