Bielefeld, Theater Bielefeld, PREMIERE Der Freischütz von Carl Maria von Weber, 04.03.2017

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Theater Bielefeld

Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld
Theater Bielefeld / Fassade © Theater Bielefeld

DER FREISCHÜTZ  von Carl Maria von Weber Romantische Oper in drei Aufzügen // Text von Johann Friedrich Kind

PREMIERE 04.03.2017, 19:30 Uhr, weitere  Vorstellungen : 08.03., 12.03., 25.03., 14.04.,20.04., 01.05., 11.05., 16.05.2017

Max will Agathe heiraten, muss aber zuvor einen Probeschuss ablegen. Trifft er, dann winkt ihm neben der Hand der Geliebten auch noch ihr väterlicher Betrieb als Mitgift. Um diese Bedingung sicher zu erfüllen, lässt sich Max von Kaspar überreden, teuflische »Freikugeln« zu benutzen, die die beiden um Mitternacht in der Wolfsschlucht gießen. Was Max nicht weiß: Nur sechs von sieben Kugeln treffen das Ziel, das der Schütze sich wünscht, die siebte aber lenkt der Teufel; Soweit kurz zusammengefasst der sattsam bekannte Plot von Carl Maria von Webers romantischer Oper, die 1821 ihre Uraufführung erlebte. Seiner Bielefelder Neuinszenierung legt Maximilian von Mayenburg (Xerxes, Il trittico am Theater Bielefeld) die Frage nach dem »wirklichen« Gehalt der Oper zugrunde, jenseits von der zwar symbolträchtigen, aber doch auch sehr dekorativen Wald- und JagdÄsthetik.

Dabei legen sich tiefere Schichten frei, die der Oper – neben ihrer grandiosen Musik – ihr zeitloses Innenleben gegeben haben: Etwa die fatale Kombination aus Erfolgsdruck, Versagensangst und Erpressbarkeit der Hauptfigur Max – und seines Spießgesellen Kaspar. Der Einbruch des Übernatürlichen in die Realität, wofür Agathe so empfänglich zu sein scheint. Dazu eine »Tradition«, die eine menschenunwürdige Klausel erhält: Dass nämlich das Liebes- und Eheglück zweier junger Leute von einem Erfolg beim Wettschießen abhängt. Wenn am Schluss ein Eremit auftritt und genau dies in Frage
stellt, muss sich die gesamte Gesellschaft nach den Grundbedingungen ihres Lebens fragen. Welche Kompromisse ist man bereit, zu akzeptieren, solange das eigene Leben »funktioniert«? Wie geht man mit unangenehmen Verwandten um? Wer ist in unserem Alltag der Teufel, der regelmäßige »Opfer« fordert? Wie »schuldverstrickt« sind alle anderen Figuren selbst? Auf welcher Legende basiert eigentlich die aktuelle Situation? Was geschah damals wirklich und was ist womöglich Verklärung?

Von Mayenburg und seine Bühnen- und Kostümbildnerin Gabriele Jaenecke erzählen die Geschichte denn auch im Gewand einer Zeitenwende – den frühen Dreißigerjahren – und verdichten die zwischenmenschlichen Beziehungen durch den Rahmen einer Dynastie. Familienbande lassen manchen Konflikt schärfer hervortreten, geben mancher Handlung eine nachvollziehbare Motivation.

MUSIKALISCHE LEITUNG
Geboren in Zagreb, Kroatien, begann Alexander Kalajdzic seine musikalische Ausbildung mit sechs Jahren und gab ab dem achten Lebensjahr regelmäßig Konzerte als Pianist. Er gewann mehrere Preise bei Bundeswettbewerben und setzte anschließend sein Studium an der Musikhochschule in Wien fort, wo er die Dirigierklasse von Karl Österreicher mit Auszeichnung absolvierte. Darüber hinaus studierte er Klavier, Viola und Korrepetition. Schon während des Studiums dirigierte er Symphoniekonzerte mit den Zagreber Philharmonikern sowie dem Orchester des Kroatischen Rundfunks.Seit Spielzeitbeginn 2010/11 leitet er als GMD die musikalischen Geschicke des Theater Bielefeld und der Bielefelder Philharmoniker.

INSZENIERUNG
Maximilian von Mayenburg, geboren in München, studierte zunächst Gesang an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin, u. a. bei Thomas Quasthoff, und ab 2007 Musiktheaterregie. Es folgten Assistenzen u. a. an der Staatsoper Berlin (Satiesfactionen, Regie: Jürgen Flimm; Orpheus in der Unterwelt, Regie: Philipp Stölzl), bei den Bayreuther Festspielen (Die Meistersinger von Nürnberg, Regie: Katharina Wagner) und den Salzburger Festspielen (Die Meistersinger von Nürnberg, Regie: Stefan Herheim) Überregional Aufmerksamkeit erregte die Inszenierung des Ring des Nibelungen in einer eigenen Fassung für Kinder bei den Bayreuther Festspielen 2011. Eine Inszenierung von Wolfgang Mitterers Das tapfere Schneiderlein brachte ihn 2012 an die Werkstattbühne der Staatsoper im Schillertheater (Berlin, Dezember 2012).

Die Produktion wurde von Publikum und Fachpresse gefeiert. Weitere Inszenierungen erarbeitete Maximilian von Mayenburg u. a. am Theater Baden-Baden, Theater Gera-Altenburg (Der Rosenkavalier), am Deutschen Nationaltheater Weimar (Die Schneekönigin) und am Theater Heidelberg (Die Zauberflöte). In Bielefeld erregte er bereits mit Xerxes (Mai 2015) Aufmerksamkeit, wofür er den Sonderpreis Tischlerei der Deutschen Oper Berlin im Rahmen der Preisverleihung der Götz-Friedrich-Stiftung erhielt, und inszenierte in der vergangenen Spielzeit 2015/16 Puccinis Il trittico.

BÜHNE UND KOSTÜME
Gabriele Jaenecke wuchs in Heidelberg auf und studierte später Bühnenbild und Kostüm an der Akademie der bildenden Künste in München. Um dieses Studium herum lag eine langjährige Assistentenzeit bei Jürgen Rose. Seit 1979 hat sie als selbständige Bühnen- und Kostümbildnerin in den Bereichen Oper, Schauspiel, Tanz und Film ca. 180 Produktionen im Inund Ausland gestaltet. Unter zahlreichen anderen Häusern finden sich die Staatsopern von München, Wien und Hamburg, die Opernhäuser von Köln, Leipzig, Düsseldorf, das Edinburgh Festival, das Marijinsky Teatr St. Petersburg, das Teatro Sao Carlos in Lissabon, De Nederlandse Opera Amsterdam, die Opernhäuser von Bern, Luzern und Dublin, Berlin, London, Porto, Wiesbaden, Saarbrücken, Kassel, Bonn, Braunschweig und viele andere mehr. Ihre Arbeit führte sie zusammen mit den Regisseuren Johannes Schaaf, Tim Coleman, Andreas Homoki, Andras Fricsay, Kirsten Harms, Ludger Engels, Sandra Leupold, Philipp Kochheim und wiederum vielen anderen. Seit 1992 geht sie auch unterschiedlichen Lehrtätigkeiten nach, u. a. bei der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin in der Musiktheaterregieklasse, an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee in den Abteilungen Modedesign und Bühnenbild/Kostüm, an der Technischen Universität Berlin und der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin. Seit 2014 ist sie Professorin für Kostümgestaltung an der Hochschule für bildende Künste Dresden.

BESETZUNG: Ottokar Frank Dolphin Wong, Kuno Lutz Laible, Agathe Sarah Kuffner, Ännchen Melanie Kreuter / Nienke Otten, Kaspar Yoshiaki Kimura, Max Daniel Pataky
Ein Eremit Moon Soo Park, Kilian Caio Monteiro, Vier Brautjungfern Christin, Enke-Mollnar, Franziska Hösli, Elena, Schneider, Annika Brönstrup, Orsolya Ercsényi,
Patricia Forbes

Musikalische Leitung : Alexander Kalajdzic, Inszenierung : Maximilian von Mayenburg
Bühne und Kostüme : Gabriele Jaenecke, Choreografie : Kira Juliane Senkpiel, Choreinstudierung : Hagen Enke, Dramaturgie : Jón Philipp von Linden
Mit Melanie Kreuter // Nienke Otten // Sarah Kuffner // Yoshiaki Kimura // Lutz Laible // Caio Monteiro // Moon-Soo Park // Daniel Pataky // Frank Dolphin Wong // Bielefelder Opernchor // Bielefelder Philharmoniker

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