Braunschweig, Staatstheater Braunschweig, Don Giovanni Premiere am 30.04.2011

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Staatstheater Braunschweig

Don Giovanni

von Wolfgang Amadeus Mozart

Dramma giocoso in zwei Akten
Dichtung von Lorenzo Da Ponte
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Wer ist Don Giovanni wirklich? Mozarts Musik stellt den Wüstling, Frauenschänder und Mörder Don Giovanni konsequent in den Mittelpunkt, obwohl sie ihm nicht einmal eine richtige Arie gönnt. Doch erst die Musik ermöglichte das romantische Bild vom ewigen Verführer, der als Libertin aus Amoral nicht gesellschaftsfähig ist und sich doch der ungeteilten Faszination aller anderen erfreut.

Mag Casanova redensartlich bis heute überlebt haben, die existenzielle Tragik des nie zufriedenen Frauenverführers spüren wir nur im Mythos Don Giovanni. Denn die von Da Ponte und Mozart erzählte Geschichte berichtet vor allem seinen Weg in den Untergang, der mit Donna Anna einsetzt, der ersten Frau, bei der Giovanni versagt – was immer auch wirklich in ihrem Schlafzimmer geschehen sein mag.

Wie in einem Experiment will die Inszenierung von Johannes Erath die Befreiung der Figur vom Mythos wagen und Giovanni psychologisch ernst nehmen. Das Ergebnis ist zwangsläufig tödlich: Giovanni muss als Mensch sterben, damit alle der hermetischen Geschlossenheit der sich ewig wiederholenden Geschichte endlich entkommen können. Die Mozarts Finale eröffnende Frage bekommt so neuen Sinn als Aufforderung zur Identitätssuche: »Dove è il perfido?« (»Wo ist der Wüstling?«) – Beginn einer nicht nur komischen Oper.

Premiere am 30.04.2011
Kooperation mit der Oper Graz

—| Pressemeldung Staatstheater Braunschweig |—

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