Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, 2012/13: 9 Opern-Premieren – Viele Kinderopern, IOCO Aktuell, 18.05.2012,


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Düsseldorf Opernhaus © IOCO
Düsseldorf Opernhaus © IOCO

Rheinoper Spielplan 2012/13

Im Schatten von Sparvorgaben und Intendantenvertrag

Anfang Mai 2012 stellte die Deutsche Oper am Rhein (Rheinoper) im Rahmen ihrer Jahrespressekonferenz (JPK) den Spielplan 2012/13 vor. Die Rheinoper vereint das Opernhaus Düsseldorf (1.342 Plätze) und das Theater Duisburg (1.079 Plätze), mit 600 Beschäftigten, einem leistungsstarken Sängerensemble (56 Solisten) und prämierter Tanzcompagnie (48 Tänzer). Mit 249.000 jährlichen Besuchern, 181.000 in Düsseldorf und 68.000 in Duisburg ist die Rheinoper zentraler Kulturträger der Region. Die Auslastung der Häuser liegt bei 77% in Düsseldorf, bei nur 58% allerdings in Duisburg. Der Etat der Rheinoper beträgt €44 Mio, davon werden € 8 Mio selbst erwirtschaftet, die Zuschüsse betragen €36 Mio (Düsseldorf € 23 Mio, Duisburg €11 Mio, NRW € 2 Mio, gerundet). Diese Etats sind nur bis 2014 gesichert. Bis zum 25.6.2012 soll in Duisburg über einen, ab 2014 geltenden, um 20% gekürzten Kulturetat entschieden werden. Die Krise der hoch bezuschussten kommunalen Theater hat auch die Rheinoper endgültig erreicht.

Rheinoper PK 2012, Kulturdezernenten Lohe Düsseldorf und Janssen Duisburg © IOCO
Rheinoper PK 2012, Kulturdezernenten Lohe Düsseldorf und Janssen Duisburg © IOCO
Rheinoper Management Intendant Meyer, GMD Kober, Balletttdirektor Schläpfer vrnl © IOCO
Rheinoper Management Intendant Meyer, GMD Kober, Balletttdirektor Schläpfer vrnl © IOCO

Drei Kinderoper auf der Großen Bühne; 30.000 Kinderbesucher erwartet

So beschwörten in der JPK zunächst die Kulturdezernenten Karl Janssen, Duisburg, und Hans-Georg Lohe, Düsseldorf intensiv die Fortsetzung der 55 Jahre alten Opernehe Duisburg – Düsseldorf (“die Auflösung der Opernehe wäre ein politischer Kurzschluss“). Ausgerechnet Lohes Chef, Düsseldorfs OB Dirk Elbers, konterkariert diese Schwüre am Folgetag,  indem er Interesse an einer Opernehe mit der ebenfalls massiv kriselnden Oper Köln öffentlich artikuliert. Verkehrte Welt: Düsseldorfs OB Dirk Elbers als veritabler Brandbeschleuniger der Rheinoperkrise. Doch nicht genug: In dieser unsicheren Gemengelage empfiehlt der Rheinoper Aufsichtsrat, ohne Zeitnot, den Vertrag von Rheinoper-Intendant Christoph Meyer um 5 Jahre, bis 2019, zu verlängern. Man gerät ins Grübeln. Die Signale von Dirk Elbers jedenfalls sind verheerend, dem Handeln der politischen Elite in Düsseldorf haftet Unwirkliches, Absurdes an.

Dabei bietet das Team um Intendant Christoph Meyer mit Ballettdirektor Martin Schläpfer, GMD Axel Kober, Chefdramaturgin Dr. Hella Bartnig und Kaufmann Jochen Grothe auch in der Spielzeit 2012/13 mit 280 Vorstellungen, 11 Opern- und 5 Ballettpremieren, sowie 17 Repertoirestücken hohe künstlerische Qualität und Vielfalt. Einzig in Deutschland ist das Rheinoper-Angebot für Kinder und Jugendliche. Sechs Opern extra für junges Publikum stehen auf dem Rheinoper – Spielplan, drei davon auf der Großen Bühne. Durch Familieneinführungen, Patenprojekte kommen auch interessierte Eltern nicht zu kurz (Anfragen: Karoline Philippi, Maike Fölling 0211 8925-289). 30.000 Kindern öffnet die Rheinoper 2012/13 Zugang zur klassischen Musik: Die kommunale Rheinoper zeigt als Mit-Gestalter öffentlicher Bildung deutlich Flagge.

Düsseldorf, Kögraben © IOCO
Düsseldorf, Kögraben © IOCO
Deutsche Oper am Rhein / Meyer Christoph © Paul Esser
Deutsche Oper am Rhein / Meyer Christoph © Paul Esser

Duisburg eröffnet die neuen Saison 2012/13  am 8. September mit einem Klassik Oper Air zum Thema “100 Jahre Theater Duisburg“. Die Düsseldorfer Saisoneröffnung folgt am 22. September mit der Premiere Elektra von Richard Strauss.

–  11 Opern – Premieren in 2012/13

22. September 2012, Düsseldorf:  Elektra von Richard Strauss, Dirigent Axel Kober, Inszenierung Christof Nel, Klytämnestra Renée Morloc, Elektra Linda Watson, Aegisth Wolfgang Schmidt, Orest Hans-Peter König, Pfleger des Orest David Jerusalem ua..

13. Oktober 2012, Duisburg: Die Csardasfürstin von Emmerich Kálmán, Dirigent Wolfram Koloseus, Inszenierung Anton Rechi, Fürst Weylersheim Peter Nikolaus Kante, Edwin Ronald Bruce Rankin / Corby Welch, Komtesse Stasi Alama Sadé, Sylva Varescu Nataliya Kovalova, Romana Noack uam..

1. Dezember 2012, DuisburgLe Nozze di Figaro von Wolfgang Amadeus Mozart, Dirigent Axel Kober, Inszenierung Michael Hampe, Conte Almaviva Laimonas Pautienius, Dmitri Vargin, Contessa Alamaviva Sylvia Hamvasi, Brigitta Kele, Susanna Annett Fritsch, Alama Sadé, Figaro David Jerusalem, Adam Palka, Cherubino Annika Kaschenz, Iryna Vakula uam..

7. Dezember 2012, DüsseldorfDon Giovanni von Wolfgang Amadeus Mozart, Dirigent Friedemann Layer, Ralf Lange, Inszenierung Karoline Gruber, Don Giovanni Richard Sveda, Donna Anna  Liana Aleksanyan, ua, Komtur Thorsten Grümberl, Hans-Peter König, Leporello Günes Gürle, Adam Palka uam..

12. Januar 2013 Duisburg, 14. März 2013 Düsseldorf: Die Prinzessin auf der Erbse von Ernst Toch nach Hans-Christian Andersen, Dirigent Christoph Altstaedt, Christoph Stöcker, Inszenierung Svenja TiedtKönig Peter N. Kante, T. Riihonen, Königin Lisa Griffith, Elisabeth Selle, Prinz Cornel Frey, Corby Welch uam..

26. Januar 2013, Düsseldorf:  Xerxes von Georg Friedrich Händel, Dirigent Konrad Junghänel, Inszenierung Stefan Herheim, Serse Valer Barna-Sabadus, Arsamene Terry Wey, Amastre Sarah Ferede, Ariodate Torben Jürgens uam..

8. März 2013, Düsseldorf:  SEHNSUCHTMEER oder vom Fliegenden Holländer von Helmut Oehring nach Heinrich Heine und Richard Wagner, Uraufführung, Dirigent Axel Kober, Inszenierung Claus Guth, Schnabelewopski, der Träumer David Moss, Schnabelewopski, der Realist N.N., Holländer N.N. uam..

6. April 2013, Duisburg: The Rake´s Progress von Igor Strawinsky, Dirigent Wen-Pin Chien, Inszenierung Sabine Hartmannshenn, Tom Rakewell Julli Myllys, Anne Trulove Anke Krabbe, Elisabeth Selle, Nick Shadow James Bobby, Trulove Günes Gürle ua.

4. Mai 2013,  Düsseldorf: Tannhäuser von Richard Wagner, Dirigent Axel Kober, Inszenierung B.C. Kosminski, Landgraf Torsten Grümbel, Tannhäuser Daniel Frank, Wolfram Markus Eiche,  Walther von der Vogelweide Corby Welch, Elisabeth Elisabet Strid, Venus Elena Zhidkova uam..

15. Juni 2013, Düsseldorf: Eine florentinische Tragödie / Der Zwerg von Alexander Zemlinsky, Dirigent: Jonathan Darlington, Inszenierung Florent. Tragödie Barbara Klimo, Der Zwerg Immo Karaman,

4. Juli 2013, Duisburg: Luisa Miller von Giuseppe Verdi, Dirigent Giordano Bellincampi, Inszenierung Carlos Wagner, Il Conte di Walter Thorsten Grümbel, Rodolfo Giancarlo Monsalve, Amalia Susan Maclean, Miller Boris Statsenko, Luisa Ol. Golovnev uam.

–  17 Opern – Wiederaufnahmen

Einmalig in Deutschland!  Auf den Großen Bühnen der Rheinoper: Drei großartige Opern – Wiederaufnahmen für Kinder Der Gestiefelte Kater von Xavier Montsalvatge (13.10 Düsseldorf, 7.12.Duisburg), Händel und Gretel von Engelbert Humperdinck (18.11. Düsseldorf, 25.11. Duisburg), Die Nachtigall von Igor Strawinsky (18.12.2012 Düsseldorf). Die 14 weiteren Wiederaufnahmen enthalten Tosca und La Bohème von Giacomo Puccini, Ein Maskenball, Falstaff und Rigoletto von Giuseppe Verdi, Salome und Frau ohne Schatten von Richard Strauss, Die Walküre und Der fliegende Holländer von Richard Wagner.

– 5 Ballett Premieren

Das 2009 von seinem Direktor und Chefchoreographen Martin Schläpfer neu formierte Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg zählt zu den führenden Ballettcompagnien. Eine Compagnie, welche dem Ballett-Kenner außergewöhnliches verspricht. Klassisches Handlungsballett à la Nussknacker oder Schwanensee sucht dagegen man vergeblich auf den Spielplänen der Rheinoper. Martin Schläpfer kreiert viele Ballette selbst. In der Saison 2012/13 um die Komponisten Brahms, Schubert und Sciarrino (b.14. Sein Ballett Ein deutsches Requiem, b.09, (Premiere in Düsseldorf 2011) hat 2012 Premiere in Duisburg. Dazu nimmt Schläpfer zwei Arbeiten des Welt-Choreographen Hans van Manen (Kleines Requiem, b.13, und Without Words, b.16) in sein Repertoire auf.

Saison 2012/13: Große Operngalas (ua AIDS 2013), Silvester- und andere Konzerte, die Yamato Drummers of Japan, Ballett Revolution mit Hip-Hop und R&B Musik, weitere Kinderstücke im Foyer der Opernhäuser runden das ohnehin vielfältige und oft sehr preiswerte Kultur- und Klassikangebot der Rheinoper für alle Besucherschichten ab.  Dramaturgin Dr. Hella Bartnig leistet in der komplexen Gestaltung der Märchenoper besonderes. 30.000 Kinder werden an der Rheinoper träumen, toben, lernen und den Altersdurchschnitt endlich wieder deutlich senken.

IOCO / Viktor Jarosch / 15.05.2012

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