Düsseldorf, Tonhalle, Jessye Norman American Masters, IOCO Kritik, 07.12.2009

Tonhalle Düsseldorf © Diesner
Tonhalle Düsseldorf © Diesner

Tonhalle Düsseldorf

Jessye Norman

American Masters – ein Liederabend begleitet von MARK MARKHAM am Klavier

Mo., 07.12.2009 Düsseldorf/ Tonhalle

Ein Rendezvous in intimer Atmosphäre
Jessye Norman begann ihre Opern Karriere nachdem sie im Jahre 1968 den ARD Musikwettbewerb in München gewann. Das erste Engagement führte die junge Sängerin an die Deutsche Oper Berlin, wo sie als Elisabeth in Tannhäuser debütierte. Die Sopranistin wurde neben ihrem Opernrepertoire auch durch ihre außergewöhnlichen Liedinterpretationen bekannt.

Der Pianist Mark Markham begleitet die Sopranistin schon seit 1995 in über 200 Liederabenden in mehr als 25 Ländern. Er begann seine Karriere als Solist und trat als zum ersten Mal mit Rachmaninoffs Rhapsody mit dem New Orleans Symphonie Orchester auf.

Das Programm des Abends “American Masters – ein Liederabend” war in vier Teile gegliedert. Die ersten beiden Teile präsentierten unter dem Titel “A celebration of the american musical theatre” Werke der bedeutendsten Komponisten dieses Genres wie Leonard Bernstein, Harold Arlen, George Gershwin, Rodgers und Hammerstein. Die letzen beiden Teile des Programms beinhalteten unter dem Titel “Celebrating the american musical mosaicGospel und ausgewählte Jazzstücke von Duke Ellington.

Jessye Norman erschien fast zerbrechlich als sie, gestützt auf Ihren langjährigen Begleiter Mark Markham, die Bühne betrat. Die kraftvolle Bühnenerscheinung noch in Erinnerung, breitete sich eine fast melancholische Atmosphäre im Raum aus. In einem geschmackvollen schwarzen Kleid und offenem Haar begann sie jedoch lächelnd mit “Somewhere” aus West Side Story und schaffte schon mit der ersten Note eine Intimität und einen direkten Kontakt zum Publikum.

Jessye Norman sang das Repertoire des Abends in exquisiter Expressivität mit einer großen Bandbreite an stimmlichen Effekten, was leider manchmal in glanzlosen Brusttönen, übertriebenen Forte, falsettierten Piano und offenen hohen Tönen zum Ausdruck kam.

Ihre authentische Stimme, welche man aus ihren Opern und Lieder Interpretationen kennt, konnte man nur in “Sleepin’ Bee” von Arlen und im “Medley of Spirituals” von Blake erhaschen. Jene edle Stimme mit dem warmen und glänzenden Timbre, mit der sie einerseits zarte Gefühle mit Empfindsamkeit und andererseits Leidenschaft mit animalischer Noblesse und dunkler beeindruckender Farbe ausdrücken konnte.

In “Another man done gone” wurde sie von Markham nur mit rhythmischen Faustschlägen auf dem Klavierkorpus begleitet. Dieses grollende Hallen des Konzertflügels verursachte einen eindringlichen und mitreißenden Effekt. Jessye Norman sang diesen “traditional Chain Gang song” mit einer dunklen Farbe, die fast an eine Männerstimme erinnerte.

Mark Markham und Jessye Norman sind ein eingespieltes Team und verstehen sich blind. In dem Solo “Meditation for Piano” von Duke Ellington zeigte sich Mark Markham sensibel und einfühlsam als außergewöhnlicher Jazz Musiker. Er ist nicht nur ein hervorragender Sängerbegleiter sondern auch ein herausragender Pianist.

Die Aufforderung an das Publikum “It don’t mean a thing if it ain’t got that swing” mit rhythmischem Klatschen zu begleiten wurde vom Düsseldorfer Publikum nur zaghaft erwidert.

In der Zugabe bot die Sopranistin eine Jazzimprovisation des Liedes “Summertime” von Gershwin dar. Es war ein besonderer Augenblick diese großartige Künstlerin auf der Bühne zu erleben. Der Abend schloss mit Blumen und Ovationen.

IOCO  / MJM / 07.12.2009

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