Essen, Aalto Theater / Philharmonie, Theatersaison 2011/12: Wagner + mehr, Ballett pur, verzaubernde Jugendstücke, IOCO Aktuell , 21.04.2011

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Aalto Theater Essen 

Aalto-Theater Essen © IOCO
Aalto-Theater Essen © IOCO


Aktuell

Spielplan 2011/12:

Oper, Modernes Ballett und Konzertvielfalt im Ruhrgebiet; farbiges Musikkaleidoskop für Kinder- und Jugendliche

Das Aalto-Theater, am Opernplatz  in Essen gelegen, ist gerade einmal 23 Jahre alt; eröffnet 1988. Das Gebäude, Architekt Alvar Aalto,  soll “Humaner Architektur” entsprechen: Fließende Grundformen, geschwungene Sitzreihen. Ein asymmetrisch ansteigender Zuschauerraum bietet 1.120 Plätze auf zwei Rängen. Das Haus, 2008 zum besten Opernhaus gekürt,  ist ebenfalls Heim des populären Aalto Ballett Theater. Die Essener Philharmoniker “bedienen” das Musiktheater wie, in der benachbarten Philharmonie Essen (ehemals Saalbau), die Konzertfreunde. Mit 210.000 Besuchern jährlich und über 700 Mitarbeitern ist die Theatergemeinschaft Aalto/Philharmonie  prägend im Ruhrgebiet. Die Auslastungen sind gut bis sehr gut: Musical/Operette und Ballett erreichen ungewöhnliche 88%, Oper gute 80%.  Beruhigend: Trotz dramatischer kommunaler Schulden besteht beim der Aalto Theater und Philharmonie GmbH und seinen fünf Sparten bei seinem Budget von €56 Mio und hohen Zuschüssen von ca. €44 Mio weitgehend Etatsicherheit. Die Gefühlslage des Managements wirkt trotz der enormen kommunalen Leistungen für Kultur  auf der Pressekonferenz  angespannt. Der Offene Brief von Intendant  Soltesz vom Januar 2010 schimmerte immer noch durch.

 

Intendant Stefan Soltesz, seit 1997 auch als Generalmusikdirektor im Amt, stellte den Spielplan 2011/12  des Hauses vor. Gemeinsam mit der Künstlerischen Betriebsdirektorin Juliane Pschigode, Ballettdirektor  Ben Van Cauwenbergh  und Geschäftsführendem Direktor Berger Bergmann.

Aalto Theater, Essen, PK 2011, Intendant Stefan Soltesz ua © IOCO
Aalto Theater, Essen, PK 2011, Intendant Stefan Soltesz ua © IOCO

200 Vorstellungen insgesamt füllen den Spielplan, davon 109  Opernaufführungen, 65 Ballettabende und 26 Philharmonische Konzerte.  Der Musiktheater Spielplan wird von der Nutzung des bestehenden Aalto-Repertoires geprägt. Zu Zeiten knapper Kassen eine höchst empfehlenswerte Maßnahme.  Den Opern-Besucher erwarten 2011/12 bei 109 Aufführungen 5 Premieren und rekordverdächtige 15 Wiederaufnahmen (WA). Ein vielfältiges Angebot, speziell mit Blick auf sieben Wagner-Wiederaufnahmen, welche meist nur zwei Mal aufgeführt werden und so logistisch und künstlerisch extrem aufwendig werden. Wagner-Interessierte sollten rechtzeitig gewünschte Karten oder ein Wagner Spezial-Abo buchen.

Der ersten Spieltag der neuen Saison, der 14. September 2011, bringt als Wiederaufnahme die Oper Liebestrank von Gaetano Donizetti in der Inszenierung von Andreas Baesler.  Zu den Wiederaufnahmen zählt Richard Wagner kompletter “Ring der Nibelungen” in zyklischer Form (Götterdämmerung 3.3.2012, Walküre 24.3.2012, Siegfried 7.4.2012, Rheingold 26.6.2012)  aber auch Der fliegende Holländer (8.10.2011), Tristan und Isolde (29.1.2012) und Tannhäuser(23.12.2011). Weitere WA sind die Opern Madame Butterfly von Giacomo Puccini (17.9.2011), Hercules von G.F. Händel (25.9.2011), Der Rosenkavalier von Richard Strauss (12.11.2011), Die Zauberflöte, Figaros Hochzeit und Die Csárdásfürstin. Ein Mammutprogramm, wenn da nicht auch noch 5 anspruchsvolle Premieren wären: Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach (22.10.2011), Die Fledermaus von Johann Strauss (10.12.2011), Eugen Onegin von Peter Tschaikowsky (25.2.2012), La Traviata von Guiseppe Verdi (5.5.2012) und abschließend Die Entführung aus der Serail von W.A. Mozart. (10.6.2012).

Aalto Theater Essen / Adeline Pastor © ABTE
Aalto Theater Essen / Adeline Pastor © ABTE

Die Aalto Ballett Compagnie, im vierten Jahr unter Leitung des auch international erfolgreichen Ballettdirektors  Ben Van Cauwenbergh, bringt in der neuen Spielzeit 65  Aufführungen in Essen.  2008  begann Van Cauwenbergh mit 45 Aufführungen. Trotz fast 50% gestiegener Vorstellungen sind “seine” Produktionen mit über 90% sehr ausgelastet.  Chapeau Herr Van Cauwenbergh.  2011/12 stehen 2 Premieren und 5 Wiederaufnahmen  auf dem Spielplan.  Erste Premiere (21.1.2012) ist der dreiteilige Ballettabend “Lichtblicke” mit  “Petit Mort”, “Ohne Titel” und “Rooster”,  Produktionen von Jiri Kylian, Christopher Bruce und Patrick Delcroix um die Musik Mozarts und der Rolling Stones. Es folgt die Ballettkomödie Max und Moritz von Edmund Gleede (31.3.2012). Sie  explodiert in Übermut,  begleitet von der Musik Gioacchino Rossinis. 5 Wiederaufnahmen, Carmen/Boléro (24.9.2011), Irish Soul (7.10.2011), Tanzhommage an Queen (26.10.2011),  Coppélia (15.12.2011), Leonce und Lena (19.5.2012) vervollständigen eine begeisternde Mischung von schwingendem Ausdruckstanz und Handlungsballett. Deren Ausstrahlung in der Region Rhein/Ruhr zunehmend heller leuchten wird, da die benachbarte Düsseldorfer Ballett Compagnie ihr Handlungsballett (z.B. Schwanensee) leider abgeschafft hat.

Die Essener Philharmoniker bieten 2011/12 im Alfried Krupp Saal der Philharmonie 26 Konzerte mit 12 verschiedenen Programmen. Dazu das traditionelle Neujahrskonzert, Aalto – Foyerkonzerte und als prächtige Sahnehaube das Open-Air-Konzert auf dem Kennedyplatz am 18.9.2011.

Das Musik-Programm für Kinder und Jugendliche  der Theater und Philharmonie Essen (TuP)  zeichnet sich durch Wärme und farbige Vielfalt aus. Unterstützt von  Evonik Industries AG  (Danke Evonik!)  gestaltet, singt, inszeniert und leitet Ensemblesängerin und Musikpädagogin  Marie-Helen Joel (hoher Mezzo) wunderbare Projekte wie Hänsel ohne Hexe (Oper kleinlaut) für Kinder ab 3 Jahre. Im  Aalto Ballett Garten (Der Zoo tanzt) tanzt man mit frechen Affen oder dicken Elefanten zur Musik von Karneval der Tiere von Saint-Saens oder das Krabbelkonzert (Der Frosch hüpft auf der Geige): Es geht um das Streichinstrument und ihre Klänge. In ihrer JOTA-Reihe führt Marie-Helen Joel zudem ihre kleinen Anvertrauten  in Foyer-Veranstaltungen regelmäßig und kostenlos in die Welt der Oper ein. Das Aalto-Theater und Marie-Helen Joel bieten Kindern und Jugendlichen auf diesem Weg unendlich vieles und bezaubernd Schönes. Eltern: Nutzt das Angebot!

Das  AaltoTheater bietet auch in der Saison 2011/12 viel Spannendes, Besuchenswertes. Aufwendig das Musiktheater, kreativ und spektakulär das Ballett, ein reichhaltiges Konzertprogramm. Das individuelle Kinder- und Jugendangebot des Aalto leuchtet besonders prall und sympathisch.  Eine Vorstellung  für die Kleinen im Großen Haus fehlt allerdings noch. Hänsel und Gretel wäre 100% ausverkauft und die blitzenden Augen der Kleinen eine Freude für die ganz Großen…..

IOCO / Viktor Jarosch / 21.4.2011

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