Essen, Philharmonie Essen, Klavierfestival Ruhr 2011, Gwilym Simcock Piano – BundesjazzorchesterJiggs Whigham, IOCO Kritik, 22.07.2011


Kritik

Klavier-Festival Ruhr 2011

Klavierfestival Ruhr

Philharmonie Essen

Klavierfestival Finale

© Klavierfestival Ruhr
© Klavierfestival Ruhr

Philharmonie Essen, 22. 7. 2011

“Jazz Line”

Gwilym Simcock, Piano – Bundesjazzorchester, Jiggs Whigham

Klavierfestival Ruhr 2011 / Der Waliser Gwilym Simcock intonierte die Schlusstakte des Klavier-Festivals Ruhr 2011 © KFR/Mark Wohlrab
Klavierfestival Ruhr 2011 / Der Waliser Gwilym Simcock intonierte die Schlusstakte des Klavier-Festivals Ruhr 2011 © KFR/Mark Wohlrab

Es ist schon ein Superlativ für sich, das Ruhrrevier, der sogenannte “Pott“, eine Kulturregion, einzigartig in der Welt. Auf engstem Raum präsentiert sich eine Vielfalt an kulturellen Einrichtungen, die in dieser Dichte nirgendwo anzutreffen ist. Allein ein halbes Dutzend Opernhäuser mit verschiedenen Spielplänen erwartet den geneigten Besucher. Ebenso viele Konzerthäuser, Boulevardtheater, Kabaretts, Schauspielhäuser, Kammerbühnen und Musicalhäuser wetteifern miteinander. Integriert in diese Landschaft ist eine weitere Institution, die inzwischen auch nur mit Superlativen bedacht werden kann, das Klavierfestival Ruhr. Nach dem Anfang – 1989 – hat das Klavierfestival kontinuierlich an Qualität und somit an Bedeutung gewonnen. Heute ist es eine “Marke”, nicht wegzudenken.

Klavierfestival Ruhr 2011 / Gwilym Simcock (l.) und Jiggs Whigham, der für die Zugabe selbst zur Posaune griff Klavierfestival Ruhr 2011 / Der Waliser Gwilym Simcock intonierte die Schlusstakte des Klavier-Festivals Ruhr 2011 © KFR/ Mark Wohlrab
Klavierfestival Ruhr 2011 / Gwilym Simcock (l.) und Jiggs Whigham, der für die Zugabe selbst zur Posaune griff Klavierfestival Ruhr 2011 / Der Waliser Gwilym Simcock intonierte die Schlusstakte des Klavier-Festivals Ruhr 2011 © KFR/ Mark Wohlrab

Damit dies so ist und bleibt, ist das Klavierfestival seit diesem Jahr eine Stiftung, ins Leben gerufen vom rührigen Initiativkreis Ruhr, für den es ein kulturelles Leitprojekt ist. Der Gründerkreis zählt etwa 200 Privatpersonen und Institutionen, die durch namhafte Zuwendungen, die von der Essener Nationalbank AG gelegte finanzielle Basis unterstützen. Für die vielen Statistiker liest es sich in diesem Jahr wieder sehr erfreulich. 88 Solisten, davon 50 Pianistinnen und Pianisten, erfreuten das Publikum in 61 Veranstaltungen, auf 27 Bühnen in 15 Städten. Eine tolle Statistik, die sicher in den nächsten Jahren noch zu toppen ist.

In diesem Jahr feierte man auch den 200. Geburtstag des ungarischen Komponisten, Klaviergiganten und Weltbürgers Franz Liszt. Ungefähr zwei Dutzend der diesjährigen Künstler hatten Werke von ihm in ihrem Programm.

Sensationell geriet schon im Eröffnungskonzert der Beitrag der jungen Georgierin Khatia Buniatishvili. Die Krönung war die Aufführung seiner beiden Klavierkonzerte mit Daniel Barenboim als Solist und der Staatskapelle Berlin unter Pierre Boulez. Herausragend war die Verleihung des diesjährigen Preises des Klavierfestivals Ruhr an die “Grande Dame” des Klaviers, die einzigartige Elisabeth Leonskaja, für ihr Lebenswerk, ihre Treue zum Festival und ihren unermüdlichen Einsatz für den pianistischen Nachwuchs.
(Die Kritik zu ihrem Konzert kann bei IOCO nachgelesen werden.)

Tradition ist auch, in jedem zweiten Jahr das Schlusskonzert durch Jazz-Größen gestalten lassen. In diesem Jahr spielte das Bundesjazzorchester unter der Leitung von Jiggs Whigham, der sich mit dem Klaviersolisten Gwilym Simcock (Stipendiat des Klavierfestivals 2006) die Moderation teilte.
Zunächst spielte man Arrangements von Torsten Maaß und Gwilym Simcock und nach der Pause unter dem Oberbegriff “Great European Composers and Arrangers“, Kompositionen vom Ford Dabney, Richard Rodgers, Albert Hague und Isham Jones. Leckerbissen für Jazz-Freunde und auch als solche dargereicht.

Das zahlreich erschienene Publikum in der Essener Philharmonie “ging mit” und spendete fleißig Zwischenbeifall. Wenn es manchmal ein wenig laut wurde, waren sicher nicht die Musiker schuld, sondern die grandiose Akustik des Hauses.

Freuen wir uns auf das nächste Jahr, wenn das Klavierfestival Ruhr, dann schon zum 24. Mal stattfindet.

IOCO / UGK / 22.07.2011

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