Frankfurt, Oper Frankfurt, ANNE SOFIE VON OTTER ALS CHARPENTIERS MÉDÉE, 13.6.2011

Oper Frankfurt Foto IOCO
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Oper Frankfurt

Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO
Oper Frankfurt inmitten des Finanzzentrums © IOCO

Premiere   MÉDÉE  von Marc-Antoine Charpentier
Text von Thomas Corneille
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Die laufende Spielzeit 2010/11 der Oper Frankfurt wurde mit einer Neudeutung des mythologischen Medea-Stoffes durch den zeitgenössischen Komponisten Aribert Reimann im Opernhaus eröffnet. Nun folgt als vorletzte Premiere der Saison im Bockenheimer Depot die Vertonung der gleichen Vorlage durch den französischen Barockkomponisten Marc-Antoine Charpentier (1643-1704). Nur wenige Komponisten
konnten sich gegen die Monopolstellung Jean-Baptiste Lullys am Hof des Sonnenkönigs Ludwig XIV. durchsetzen. Und so scheint auch der Aufbau von Charpentiers Werk nach einem Libretto Thomas Corneilles, eines Bruders des berühmten Dramatikers Pierre Corneille, der vorherrschenden Tradition verhaftet. Bei näherer Betrachtung erweist sich allerdings der Opernstil des eigentlich auf geistige Werke spezialisierten Komponisten als höchst individuell, da er die italienische mit der französischen Opernästhetik zu vereinen suchte. So entstand eine enorm theatralische, psychologisch motivierte Musik, aus der vor allem die Eifersuchts- und Racheszene der Médée sowie die bekannte Wahnsinnsszene des Créon hervorstechen.

Die Handlung folgt weitestgehend der antiken Vorlage: Médée und Jason leben am Hof König Créons von Korinth. Dort verliebt sich Jason in dessen Tochter Créuse. Trotz einer Ahnung will Médée die Untreue ihres Gatten nicht wahrhaben. Als sie unter dem Vorwand, das Volk fürchte sich vor ihren zauberischen  Fähigkeiten, vom Hof verbannt werden soll und ihre Dienerin Jasons Betrug bestätigt, ruft Médée die Geister und Dämonen der Unterwelt zu Hilfe. Nach dem Mord an ihren Kindern lässt sie bei ihrer Flucht auf einem Drachenwagen Tod und Zerstörung zurück. Die Musikalische Leitung dieser Frankfurter Erstaufführung liegt bei einem gern gesehenen Gast: Andrea Marcon gilt als einer der wichtigsten Barockinterpreten unserer Zeit. Für die Inszenierung kehrt David Hermann ins Bockenheimer Depot zurück, wo er u.a. bereits mit dem dreiteiligen Monteverdi-Zyklus erfolgreich war.

Die Titelpartie verkörpert mit der schwedischen Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter eine der großen Sängerpersönlichkeiten der heutigen Klassikszene. Zu Hause an den wichtigsten Musikzentren weltweit, kehrt sie nach einem stark akklamierten Liederabend in der Saison 2008/09 nun mit einem Rollendebüt, das gleichzeitig auch ihr Hausdebüt in einer szenischen Partie darstellt, an den Main zurück. Im April wurde ihr der Frankfurter Musikpreis 2011 verliehen. Die übrige Besetzung stammt aus dem Ensemble und dem Studio der Oper Frankfurt, darunter Simon Bailey als Créon und Julian Prégardien als Jason. Während der zuerst Genannte kürzlich im Opernhaus als Méphistophélès in Berlioz’ Fausts Verdammnis erfolgreich war, erwies sich Julian Prégardien 2009/10 im Bockenheimer Depot als Holofernes in de Almeidas La Giuditta als stilsicherer Interpret des barocken Repertoires. Christiane Karg (Créuse) verkörperte im Januar 2011 Télaïre in Rameaus Castor und Pollux am Theater an der Wien; an ihrer Seite sang übrigens Anne Sofie von Otter die Partie der Phébé.

Musikalische Leitung: Andrea Marcon
Inszenierung: David Hermann
Bühnenbild und Kostüme: Christof Hetzer
Licht: Joachim Klein
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy
Médée: Anne Sofie von Otter
Créon: Simon Bailey
Jason: Julian Prégardien
Créuse: Christiane Karg
Nérine: Eun-Hye Shin
Cleone: Sharon Carty
Oronte: Sebastian Geyer
La Vengeance: Vuyani Mlinde
La Jalousie: Simon Bode
Ensemble Barock vokal der Hochschule für Musik Mainz (Einstudierung: Christian Rohrbach),  Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester und Gäste

Premiere / Frankfurter Erstaufführung: Pfingstmontag, 13. Juni 2011, um 19.30 Uhr im Bockenheimer DepotWeitere Vorstellungen: 15., 17., 19., 23., 24., 26. Juni 2011  Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr

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