Frankfurt, Oper Frankfurt, Erfolgsspur – 88% Auslastung und der Spielplan 2011/12, IOCO Aktuell, 21.07.2011

Oper Frankfurt Foto IOCO
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Oper Frankfurt

Frankfurt / Oper Frankfurt im Finanzzentrum © IOCO
Frankfurt / Oper Frankfurt im Finanzzentrum © IOCO

Oper Frankfurt:  Praller Platzhirsch in Rhein-Main
Die Bernd Loebe  One-Man-Show:  Der Spielplan 2011/12:

Intendant Bernd Loebe, seit 2002 im Amt, stellte den Spielplan 2011/12 als  Fast-One-Man-Show vor, assistiert von Olaf Winter, Technik und Deborah Einspieler, Dramaturgin speziell für die Jugendarbeit. Andere Geschäftsführer der Oper Frankfurt fehlten. GMD Sebastion Weigle war verletzt und erschöpft…. Selbst der Magistrat von Frankfurt fehlte. Trotz astronomischer Zuschussverpflichtungen. Der Etat der Oper Frankfurt liegt bei stattlichen € 64 Mio und wurde in der Vergangenheit stark reduziert. Diese Opern-Jahreshauptversammlung  inmitten des Finanzzentrum Europas hätte mehr Verantwortliche, mehr Teamgeist, mehr Management-Kompetenz verdient. Kommunale Oper und Kunst verkauft sich selbst bei exorbitanten Kosten immer noch mit einem Hauch von Provinzialität.

Mehr als 300 Veranstaltungen stehen auf dem Spielplan 2011/12 der Oper Frankfurt: 170 Opern- und 130 Sonderveranstaltungen, 12 Premieren, 14 Wiederaufnahmen kommen auf die Bühne: Davon im Opernhaus 8 Premieren mit 67 Vorstellungen und 14 Wiederaufnahmen mit 85 Vorstellungen. Erfolgreiche Repertoirestücke der Saison 2010/11 wurden nicht in die kommende Spielzeit übernommen.

Opernaufführungen sind wieder deutlich über 80% ausgelastet. In der laufenden Saison 2010/11 sogar mit über 88%, der März 2011 liegt bei einer rekordverdächtigen Auslastung von 95,46%.  Die Zahl der Abonnenten stieg in Loebes Amtszeit von 8.156 (2002) um 40% auf 11.398 in 2011. Intendant Loebe, reflektiert diese Zahlen (“Meine Mitarbeiter und ich erkennen, daß wir auf dem richtigen Weg sind…“) mit Stolz. Er beweist damit wirtschaftlichen Realitätsinn, der bei kommunalen Intendanten-Kollegen oft zurückgeblieben ist. So kommuniziert er auch offensiv 7%ige Preiserhöhungen für Theaterkarten, der DVD-Verkauf soll gesteigert werden, das Spielplanheft 2011/12 sei ökonomisch produziert und keine verkommene teure Design-Orgie. Mit etwa 270.000 Besucher jährlich ist die Oper Frankfurt Kulturmagnet der Region, mit 700 Beschäftigten zudem bedeutender Arbeitgeber. Gespielt wird zumeist in der modernen Oper Frankfurt, konzertante Aufführungen finden gelegentlich in der Alten Oper Frankfurt statt, La Calisto (21.5.2012) auf der Experimentierbühne im Bockenheimer Depot.

Frankfurt / Intendant Loebe und seine Assistenten © IOCO
Frankfurt / Intendant Loebe und seine Assistenten © IOCO

 

12 Premieren: Die Amazonen- oder Antikriegs-Oper Penthesilea von Othmar Schoeck (4.9.2011) zur Saisoneröffnung, eine Neuenfels-Inszenierung von der Oper Basel übernommen; L`Etoile (Der Stern), die verschmitzte Operette mit makabrem Humor von Emmanuel Chabrier, am 2.10.2011; Siegfried (30.10.2011) und  Götterdämmerung (29.1.2012) von Richard Wagner mit Lance Ryan als Siegfried. Otello von Giuseppe Verdi am 4.12.2011; La Calisto von Francesco Cavalli am 23.12.2011 (im Bockenheimer Depot, ebenfalls eine Produktion der Oper Basel), Adriana Lecouvreur von Francesco Cilea am 4.3.2012; L´amico Fritz von Pietro Mascagni (11.3.2012) und Das Liebesverbot von Richard Wagner  (2.5.2012)  konzertant in der Alten Oper  Frankfurt;  Die Sache Makropulos von Leos Janacek 8.4.2012; The Rake´s Progress von Igor Strawinsky (20.5.2012)  und Wasser von Arnulf Hermann, eine Uraufführung,  (16.6.2012, Aufführungsort LAB Schmidtstr. 12) vervollständigen den Frankfurter Premierenreigen.

14 Wiederaufnahmen: Zur Saisoneröffnung 2011/12 die spartanisch inszenierte Cosi fan Tutte von Wolfgang Amadeus Mozart (3.9.2011) gefolgt von Die tote Stadt von Erich Korngold (10.9.2011) La Traviata von Guiseppe Verdi (8.10.2011), Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach (2.11.2011) Tosca von Giacomo Puccini (9.12.2011), Die Fledermaus von Johann Strauss (17.12.2011),  Don Giovanni von W.A. Mozart (30.12.2011), Arabella von Richard Strauss (4.2.2012)…..

8 Liederabende  mit wunderbaren Klassikstars: Daniel Behle, Tenor, am 27.9.2011, Christian Gerhaher, Bariton, am 25.10.2011, Klaus Florian Voigt, Tenor, am 29.11.2011, Andreas Scholl, Countertenor, 24.1.2012, Christoph Prégardien, Tenor, und Sohn …..Noch Fragen?

Kinderoper  im Großen Haus  der Oper Frankfurt?  Gibts nich am Ma Hänsel und Gretel? Ist nicht. Diesen Mangel teilt Frankfurt,  in schlechter Gesellschaft,  mit  anderen großen Musiktheatern. Tröstlich, daß im Holzfoyer des Opernhauses, gefördert von der EZB,  reichhaltiges Programm für Kinder und Jugendliche geboten wird. 32 Vorstellungen: Los geht es mit L´Etoile von Emmanuel Chabrier (ab 22.10.2011) als Kinderversion: Hinrichtung ist hier virulentes Thema,  zwar lustig gemacht aber eben doch. So ist L´Etoile wohl erst ab 10  geeignet.  Auch für Bastien und Bastienne von W.A. Mozart (ab 21.1.2012) sollte man schon etwas größer sein. Aber 6 Konzerte ,Nussknacker (18.12.2011) oder Pinocchio (15.1.2012),  helfen für ganz Kleine etwas weiter. Vielleicht schließen auch die für Jugendliche arrangierten Opern Die Fledermaus von Johann Strauss (ab 25.2.2012) und Siegfried und Götterdämmerung von Richard Wagner (ab 14.4.2012) die Lücke zu den ganz Kleinen. Das Angebot der Oper Frankfurt ist im Kinder-/ Jugendsegment noch ausbaufähig.

IOCO – Erfahrung:  Kinderopern sind meist früh völlig ausverkauft.   Planen / Kaufen Sie Ihre Tickets frühzeitig !!!

Die Oper Frankfurt bietet 2011/12  noch vieles mehr:  Reduzierte Kartenpreise für Groß-Familien, “Oper für alle”  zu reduzierten Preisen, Vorstellungen mit kostenloser Kinderbetreuung,  Szenische Workshops für Schulklassen……  Dazu bietet die Oper Frankfurt ein tolles Ensemble, gute Sängerinnen und Sänger, bekannte Dramaturgen und mehr. Die Oper Frankfurt ist zu recht Platzhirsch in Frankfurt

IOCO / Viktor Jarosch / 26.4.2011

 

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