Hamburg, Staatsoper Hamburg, Premiere: CARMEN, 19.01.2014

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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann
Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Jens-Daniel Herzog deutet »Carmen« an der Staatsoper Hamburg neu

 
Elisabeth Kulman gibt mit der Titelpartie ihr Hamburg-Debüt
Staatsoper Hamburg / Kulman Elisabeth © Julia Wesely
Staatsoper Hamburg / Kulman Elisabeth © Julia Wesely
 
Der Soldat Don José stammt aus gutem Haus – eigentlich sollte er sogar Priester werden. Doch das Schicksal hat etwas anderes mit ihm vor. Als er Carmen begegnet, vergisst er all seine moralischen Prinzipien und verliert sich in einer bedingungslosen Liebe, die ihn zum Mörder werden lässt. Den weltweiten Erfolg seiner Oper »Carmen« erlebte Georges Bizet nicht mehr mit: Bei der Pariser Uraufführung 1875 stieß man sich an der lakonischen Direktheit von Musik und Sujet. Kurz darauf starb Bizet mit nur 36 Jahren, bevor die Wiener Premiere den Durchbruch brachte und »Carmen« zu einer der populärsten Opern überhaupt wurde.
 
Mit der Neuinszenierung des Werks setzt die Staatsoper Hamburg ihre Serie mit Neuproduktionen der Repertoireklassiker fort.?Nach den sehr erfolgreichen  neuen Deutungen von »La Traviata« und »Madama Butterfly« kommt am 19. Januar 2014 nun eine neue »Carmen« auf die Bühne der Staatsoper. Regisseur Jens-Daniel Herzog und Bühnen- und Kostümbildner Mathis Neidhardt stellten sich in Hamburg bereits 2011 mit einer schlüssigen und spannenden Inszenierung von Georg Philipp Telemanns Oper »Flavius Bertaridus« vor. Nun werfen sie einen Blick auf »Carmen« – ganz ohne Folklore und Femme-fatale-Klischee soll ihre Deutung sein: »Bizet verdichtet die psychischen Zustände seiner Figuren auf das Knappste«, sagt Jens-Daniel Herzog. »Diese Direktheit finde ich großartig. Wir haben uns auch für die originale Version mit Dialogen statt Rezitativen entschieden, um diesen falschen Schwulst, der das Stück immer noch umgibt, ganz abzukratzen.« Der Regisseur will die geradlinige Geschichte des Außenseiters Don?José erzählen: »Am Ende vollstreckt er so etwas wie einen Ehrenmord: die männliche Rache an der sich verweigernden Frau. Ein merkwürdig obsoletes Ritual einer untergegangenen Welt, in der sich die gesellschaftlichen Bindungen bereits aufgelöst haben.«
 
Die musikalische Leitung der Neuproduktion übernimmt Alexander Soddy. Der junge englische Dirigent kehrt nach seinen höchst erfolgreichen Jahren an der Staatsoper nach Hamburg zurück. Zuletzt konnte er in München, Berlin und Stockholm große Erfolge feiern. Seit 2013 ist er Chefdirigent am Stadttheater Klagenfurt, wo er in dieser Saison unter anderem »Der Rosenkavalier« und »Macbeth« dirigiert. Mit der verzwickten Quellenlage von Bizets Oper hat sich Alexander Soddy eingehend beschäftigt und favorisiert eine klare, vitale Lesart des Stückes. In der Titelpartie gibt Elisabeth Kulman ihr Hamburg-Debüt. Die österreichische Künstlerin singt seit ihrem Wechsel 2005 ins Mezzosopran- und Altfach ein breitgefächertes Repertoire, das von der Barockoper bis zu Uraufführungen reicht. Bei den Salzburger Festspielen 2013 für ihre Interpretation der Mrs. Quickly in »Falstaff« umjubelt, ist sie gefragter Gast bei Festivals sowie an den großen Opernhäusern in Wien, Berlin, München, Paris und Tokio. Ihr Landsmann, der Tenor Nikolai Schukoff, der in Hamburg zuletzt als Parsifal zu hören war, übernimmt die Partie des Don José. Als Don Josés Rivale Escamillo ist der in Tallin geborene Bariton Lauri Vasar zu erleben, der das Hamburger Publikum unter anderem als Lescaut, Eugen Onegin, Don Giovanni, Almaviva und Wolfram begeisterte. Liana Aleksanyan singt die Micaëla. Seit 2010 ist die aus Armenien stammende Künstlerin Ensemblemitglied im Aalto-Theater Essen, in Hamburg hat sie bisher Gilda, Lucia und Violetta Valéry gesungen. In den weiteren Partien singen Jun-Sang Han/Jürgen Sacher (Remendado), Vincenzo Neri (Dancaïro), Florian Spiess (Zuniga), Viktor Rud (Moralès), Mélissa Petit (Frasquita) und Maria Markina (Mercédès). Die Einstudierung des Chores übernimmt Eberhard Friedrich.
 
Premiere: Sonntag, 19. Januar 2014, 18.00 Uhr
Vorstellungen: 22., 26., 29. Januar 2014 und 2., 7., 9. und 12. Februar 2014
 
—| Pressemeldung Staatsoper Hamburg |—

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