Hamburg, Staatsoper Hamburg, ORONTEA von Antonio Cesti, 05.07.2014

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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann
Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

 Orontea von Antonio Cesti

Eine der erfolgreichsten Opern des 17. Jahrhunderts kommt ab dem 5. Juli 2014 auf die Bühne der Opera stabile

Die jungen Sängerinnen und Sänger des Internationalen Opernstudios bringen im Juli 2014 eine der erfolgreichsten Opern des 17. Jahrhunderts auf die Bühne: »Orontea« von Antonio Cesti, ein frühbarockes Verwirrspiel um die Liebe.

Eigentlich hat Orontea bereits der Liebe abgeschworen, doch dann kreuzt der schöne Alidoro ihren Weg. Sie verliebt sich in ihn, doch er findet auch an anderen Damen Gefallen – es entspinnt sich ein Liebeslabyrinth, das nach etlichen Irrwegen zu einem unerwarteten Ende führt. Heute selten aufgeführt, gehörten Antonio Cestis Opern zu den beliebtesten Bühnenwerken des 17. Jahrhunderts. Er war ein Mann der Bühne – obwohl er eigentlich einem Franziskanerorden angehörte. Ausgebildet als Kirchenmusiker in Rom, wirkte der 1623 in Arezzo geborene Cesti als Sänger in Opern Francesco Cavallis mit und war als Kapellmeister am Hof in Innsbruck. Er wurde – von seinem Gelübde entbunden – Sänger in der Päpstlichen Sixtinischen Kapelle und später Kapellmeister am habsburgischen Kaiserhof in Wien. Dort komponierte er sein heute bekanntestes Werk: die prunkvolle Oper »Il Pomo d’oro«. Cestis Kompositionen beeindrucken noch heute durch großen musikalischen Einfallsreichtum und ausgefeilte Zeichnung der Figuren.

Dieser nimmt sich jetzt für die Staatsoper die junge Regisseurin Anja Krietsch an. Sie ist Spielleiterin im Haus an der Dammtorstraße und hat 2010 mit Rameaus »Les Indes galantes« bereits eine Barockoper für das Internationale Opernstudio in Szene gesetzt. In ihrer Inszenierung von »Orontea« schickt sie die Figuren in das strahlende Licht der Bühne und stellt die Frage, wieviel man von sich aufzugeben bereit ist, um sich dem hinzugeben, was das absolute Glück sein könnte. »Gleich drei Frauen verlieben sich in Alidoro. Was für ein Mann schafft es, innere und äußere Strukturen mehrerer Frauen innerhalb von Sekunden zu erschüttern?«, fragt Anja Krietsch. »Orontea sucht in Alidoros Unbeschwertheit den Ausbruch aus den selbstgesetzten Zwängen«, erzählt die Regisseurin. So kämpft nicht nur Orontea mit der Frage, was stärker ist: Verstand oder Gefühl, Kopf oder Bauch?

Das Bühnenbild gestaltet Nora Husmann, die Kostüme stammen von Gisa Kuhn. Nicholas Carter übernimmt die musikalische Leitung. Seit 2011 ist der junge Dirigent als Assistent von Simone Young an der Staatsoper engagiert und dirigierte hier neben Werken von Mozart und Rossini mit Matthesons »Cleopatra« bereits eine Barockoper für das Internationale Opernstudio. Mit authentischen Instrumenten wie Theorben und Barockgitarren bringt er Cestis Partitur zum Klingen. »Außerdem haben wir kurze Ballettmusiken von Cestis Zeitgenossen Johann Heinrich Schmelzer und auch etwas Musik aus Cestis anderen Opern hinzugenommen, um den Abend musikalisch noch reicher zu gestalten«, erklärt der Dirigent.

Staatsoper Hamburg / Orontea © Werner Hinniger
Staatsoper Hamburg / Orontea © Werner Hinniger

Alle sieben jungen Künstler des Internationalen Opernstudios übernehmen die Partien: Ida Aldrian, die kürzlich mit dem Oberdörffer-Preis der Opernstiftung ausgezeichnet wurde, singt La Filosofia / Orontea. Die französische Sopranistin Solen Mainguené übernimmt die Partien Amore / Silandra. Sergiu Saplacan verdreht als Alidoro den Damen den Kopf. Als Creonte ist der polnische Bass Szymon Kobylinski zu erleben. Manuel Günther zeigte sich gerade in Händels »Almira« als versierter Interpret Alter Musik. In »Orontea« ist er Aristea. Der Hamburger Bariton Vincenzo Neri übernimmt die Rolle des Gelone. Zu Gast ist außerdem der kanadische Countertenor Michael Taylor (Corindo), der in Händels »Rinaldo« am Staatstheater Mainz gerade einen großen Erfolg für sich verbuchen konnte.

Premiere: 5. Juli 2014, 18.00 Uhr
Vorstellungen: 7., 8, 10., 11. und 13. Juli 2014, 19.00 Uhr
Opera stabile

Das Internationale Opernstudio wird unterstützt von der Körber-Stiftung, der Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper, der Commerzbank und der Nordmetall Stiftung sowie Herrn Dr. Winfried Stöcker

—| Pressemeldung Staatsoper Hamburg |—

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