Kassel, Staatstheater Kassel, Premiere: DER ROSENKAVALIER, 11.10.2014

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Staatstheater Kassel © N. Klinger
Staatstheater Kassel © N. Klinger

Staatstheater Kassel

DER ROSENKAVALIER von Richard Strauss

Text: Hugo von Hofmannsthal

Musikalische Leitung: Patrik Ringborg, Inszenierung: Lorenzo Fioroni, Bühne: Paul Zoller, Kostüme: Sabine Blickenstorfer, Dramaturgie: Jürgen Otten

Mit Celine Byrne als Gast (Die Feldmarschallin, Fürstin Werdenberg), Friedemann Röhlig als Gast (Baron Ochs auf Lerchenau), Maren Engelhardt (Octavian), Marian Pop (Herr von Faninal), Lin Lin Fan (Sophie), Jaclyn Bermudez (Jungfer Marianne Leitmetzerin, die Duenna), Bassem Alkhouri (Valzacchi, ein Intrigant), Belinda Williams (Annina) u.v.a.m.

Premiere: Samstag, 11. Oktober, 18 Uhr, Opernhausweitere Vorstellungen: 19.10., 26.10., 9.11., jeweils 17 Uhr

„Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding. Wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts. Aber dann auf einmal, da spürt man nichts als sie. Sie ist um uns herum, sie ist auch in uns drinnen. In den Gesichtern rieselt sie, im Spiegel da rieselt sie, in meinen Schläfen fließt sie. Und zwischen mir und dir da fließt sie wieder, lautlos, wie eine Sanduhr.

So nachdenklich wie dieser Monolog der Feldmarschallin Fürstin Werdenberg, so umschattet von Melancholie ist die gesamte Oper, diese in der Mozart-Zeit angesiedelte „Komödie für Musik“, deren Thema Zeit und Vergänglichkeit sind.

Im Zentrum steht die Feldmarschallin, die keine andere Aufgabe hat als zu repräsentieren und sich mit umso größerer Hingabe ihrem jugendlichen Geliebten Octavian widmet – auch wenn sie weiß, dass das Verhältnis nicht von Dauer sein kann.

Als ihr Vetter Baron Ochs einen Rosenkavalier für seine bevorstehende Verlobung sucht, schlägt die Feldmarschallin als Überbringer der dafür vorgesehenen silbernen Rose Octavian vor. Schon bei der ersten Begegnung verlieben sich Octavian und die junge Braut Sophie ineinander. Vom ungehobelten, anzüglichen Benehmen des Baron Ochs, der ihr vom Vater als Bräutigam ausgewählt wurde, ist Sophie hingegen so entsetzt, dass sie sich weigert, in die Hochzeit einzuwilligen.

Um das Mädchen vor dem Zorn ihres Vaters und der unglücklichen Verbindung zu bewahren, ist Octavian nicht nur bereit, sich zu duellieren – es wird eine Intrige in Gang gesetzt, die den aufgeblasenen Baron Ochs als Provinz-Casanova ersten Ranges entlarvt und ihn so gehörig blamiert, dass er seine Heiratspläne aufgeben muss.

Das ist voller Komik, und doch, wenn am Ende die jungen Liebenden Sophie und Octavian einander gefunden haben, und Sophie singt: „Ist ein Traum, kann nicht wirklich sein, dass wir zwei beieinander sein, beieinand’ für alle Zeit und Ewigkeit!“, scheint ihr fallengelassenes Taschentuch doch schon wieder auf die Vergänglichkeit zu verweisen …

Patrik Ringborg, in Stockholm geboren, ist seit 2007 Generalmusikdirektor am Staatstheater Kassel und einer der gefragtesten Dirigenten aus Schweden. Zu seinem Hauptrepertoire gehören die Werke von Richard Wagner und Richard Strauss. Gastdirigate führten ihn u.a. an die Göteborger Oper, die Norwegische Nationaloper, die Oper Köln, die Volksoper Wien, zu den Opernfestspielen Savonlinna und an die Königliche Oper Stockholm. Am Staatstheater Kassel leitete er zuletzt eine viel beachtete Neuproduktion von Strauss‘ „Die Frau ohne Schatten“ in der Inszenierung von Michael Schulz.

Lorenzo Fioroni, in Locarno geboren, arbeitet bereits zum neunten Mal am Staatstheater Kassel. Nach Ausbildung zum Cellisten und intensiver Konzerttätigkeit studierte Fioroni Opernregie an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater Hamburg und arbeitete mit Ruth Berghaus und Götz Friedrich. Seit 2000 verwirklicht er eigene Regiearbeiten in Oper und Schauspiel. Engagements führten ihn u.a. an die Staatstheater in Oldenburg und Mainz, an Häuser in Osnabrück, Heidelberg und Augsburg sowie an die Deutsche Oper Berlin. Für seine Inszenierung von Honeggers „Johanna auf dem Scheiterhaufen“ 2005 am Staatstheater Kassel wurde er mit dem renommierten „Götz-Friedrich-Preis“ für Regie ausgezeichnet. Auch die folgenden Arbeiten in Kassel erregten große Aufmerksamkeit, darunter ‚“L’Italiana in Algeri“, „Die Meistersinger von Nürnberg“ und zuletzt 2012/13 „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“.

—| Pressemeldung Staatstheater Kassel |—

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