Köln, Oper Köln, Spielplan 2014/15 – Innovativ auf 9 Spielstätten , IOCO Aktuell, 03.04.2014

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Oper Köln

Oper Köln, Oper am Dom und Parsifal © IOCO
Oper Köln, Oper am Dom und Parsifal © IOCO

Oper Köln Spielplan 2014/15
Großes Theater trotzt Sanierung und Etat-Querelen

Die Jahrespressekonferenz der Oper Köln zum Spielplan 2014/15  zeigte erstmals seit Jahren einen Hauch von Gelassenheit. Intendantin Dr. Birgit Meyer, gemeinsam mit Georg Kehren, Chefdramaturg, und Hannah Koller, Tanz, betonten die künstlerisch hohen Ziele der von vielen Ersatzspielstätten heimgesuchten Oper Köln.Verweise auf einen „in Aussicht gestellten Schuldenschnitt“, „vorgesehene Finanzierung des Tarifausgleichs für die Beschäftigten“, „1,5 Mio Euro zusätzlich nach Wiedereröffnung der Spielstätten am Offenbachplatz“ weckten jedoch die unseligen Geister der Finanzkrise vergangener Jahre. Geschäftsführer Wasserbauer bannte diese Geister nicht; belastbare Leistungs- wie Etatkennziffern zur Oper Köln wurden nicht präsentiert. Zudem werden die künstlerischen wie wirtschaftlichen Abläufe der Bühnen Köln derzeit von externen Beratern untersucht werden. Auf solch wirtschaftlichem Treibsand anspruchsvolles Theater zu produzieren ist eine Herkulesaufgabe.
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Oper Köln / Birgit Meyer auf der Bühne der Oper am Dom © IOCO
Oper Köln / Birgit Meyer auf der Bühne der Oper am Dom © IOCO
Die Sanierung der Spielstätten am Offenbachplatz wird, wie geplant, bis zum Sommer 2015 dauern. € 253 Mio  werden verbaut. Die Spielzeit 2014/15 der Oper Köln wird so auch weiterhin von Ersatzspielstätten geprägt: Die Oper am Dom (Musical Dome) bleibt jedoch die Hauptspielstätte der Oper Köln. Die Produktionen der kommenden Spielzeit werden insgesamt an 9 technisch einfachen Spielstätten aufgeführt. Logistische Kompetenz und Improvisation bleiben also 2014/15 an der Oper Köln ebenso gefragt wie künstlerische Ansprüche. Zudem wird Birgit Meyer 2014/15 ohne Generalmusikdirektor auskommen müssen: Markus Stenz verlässt die Oper Köln mit Ende der laufenden Spielzeit 2013/14. Der neue GMD Francois Roth kommt erst im Herbst 2015 in Köln an, nach mühsamem Vertragsverhandlungen; die öffentlichkeitswirksame Wiedereröffnung der sanierten Oper mochte sich Roth dann doch nicht entgehen lassen.
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Oper Köln / Offenbachplatz, Ein Sanierungsfall © IOCO
Oper Köln / Offenbachplatz, Ein Sanierungsfall © IOCO
Auf neun Spielstätten produziert die Oper Köln 2014/15 einen breiten Fächer von lyrischer wie dramatischer Oper über Ballett, Konzertabende bis hin zu sensiblem Kindertheater; meist im En-suite Betrieb. 13 Produktionen werden in der optisch ansprechenden Oper am Dom,zentralneben dem Kölner Hauptbahnhof gelegen, aufgeführt. Die einfache Technik dieses Gebäudes ist für szenische Opern wenig geeignet. Aufführungen in der Oper am Dom können insoweit nur einfache, statische Bühnenbilder bieten.
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Zehn Premieren, sieben Repertoirestücke, ein Gastspiel (My Fair Lady), Ballett und filigranes Kindertheater bietet die Oper Köln in 2014/15:

–  Oper am Dom (Musical Dome):

  • 4. September 2014 und folgend:  Madame Butterfly von Giacomo Puccini, Repertoire,
  • 26. September 2014 und folgend: Les Balletts Russes – Ein Ballettabend in drei Teilen des Bayerischen Staatsballetts: L´Aprés d´un Faune, Musik von Claude Debussy; Shéhérazade, Musik von Nikolai Rimski-Korsakow; Les Biches (Backfische), Musik Francis Poulenc
  • 28. September 2014 und folgend: Cosi fan tutte  von Wolfgang Amadeus Mozart, Repertoire,
  • 5. und 6.10. 2014: Sacre, Ballett von Sasha Waltz, nach Le Sacre du Printemps von Igor Strawinsky, Gastspiel,
  • 2. November 2014: Solaris von Detlev Glanert, Premiere, uraufgeführt 2012, u.a. mit Lothar Zagrosek am Pult, moderne Oper über die Grenzen des Erfahrbaren und künstliche Intelligenz
  • 6. Dezember 2014:  Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart, Premiere,  Regie Mariame Clément
  • 7. / 11./13. Dezember 2014: Fausts Verdammnis von Hector Berlioz, konzertant, Libretto von Hector Berlioz und Almire Gandonnière nach Faust I von Johann Wolfgang von Goethe
  • 31. Dezember 2014 (Silvester), 2./4.Januar 2015: Die lustige Witwe von Franz Léhar, Konzertant, mit herausragenden Gästen: Bo Skovhus als Graf Danilo und Anne Schwanewilms als Hanna Glawari.
  • 27. Februar 2015 und folgend: Der Freischütz von Carl Maria von Weber, Repertoire, mit Peter Seiffert als Max
  • 27. März 2015 und folgend: Doppelopernabend mit Werken des 20. Jh.:  1.  Il Prigioniero (Der Gefangene), Musik Luigi Dallapiccola, nach „La Torture“ von Auguste de Villiers und  2. „Ich wandte mich um und sah an alles Unrecht, das geschah unter der Sonne“ von Bernd Alois Zimmermann
  • 25. April 2015 und folgend: Arabella von Richard Strauss mit Maria Bengtsson als Arabella und Levente Molnár als Mandryka
  • 23. Mai 2015 und folgend: Carmen von Georges Bizet,
  • 14. Juni 2015 und folgend: Otello von Giuseppe Verdi, Repertoire, Will Humbug als musikalischem Leiter

–  Palladium:

Palladium- Ersatzspielstätte der Oper Köln © IOCO
Palladium- Ersatzspielstätte der Oper Köln © IOCO
  • 2. Oktober 2014 und folgend: LEUCIPPO, Musik von Johann Adolf Hasse, Kölner Erstaufführung, Koproduktion mit den Schwetzinger Festspielen

 

–  Kölner Philharmonie:

Philharmonie Köln © IOCO
Philharmonie Köln © IOCO
  • 17./19. Oktober 2014: JOLANTHE, konzertant, Musik von Peter Tschaikowsky, Text von Modest Tschaikowsky

–  Trinitatiskirche:

  • 22. März 2015 und folgend: The Turn of the Screw von Benjamin Britten,

–  Oberlandesgericht:

  • 9. Mai 2015:  La Clemenza di Tito von Wolfgang Amadeus Mozart, Regie Uwe-Eric LaufenbergMirko Roschkowski als Tito. 
  • Achtung:  Die sechs Vorstellungen dieser Kult-Produktion werden schnell ausverkauft sein. Bei Interesse Karten bitte frühzeitig sichern.

–  „Naumon“,  Rheinschiff mit etwa 200 Plätzen (geplant):

16. Mai 2015: „Das Lied der Frauen vom Fluss“ (Cantos Sirena), Kompositionen aus fünf  Jahrhunderten, eine Produktion der katalanischen Künstlergruppe La Fura dels Baus.

–  Museum Kolumba (Kolumbastr. 4):

30. Mai 2015 und folgend: Liederzyklus für Tenor, Mezzosopran und drei Frauenstimmen: “Tagebuch eines Verschollenen”. Gedichte eines unbekannten Autors aus dem Brünner Tageblatt, vertont von Leos Janacek.

–  Altes Pfandhaus (Kartäuserwall 20), Kinderoper:

      • 22. November 2014: Hexe Hillary geht in die Oper von Peter Lund, Kinderoper für die Kleinen ab 5 Jahren. Die Nachtigall von Igor Strawinsky folgt.
      • Unter dem Titel „Opernführer für Kinder“ bringen Sängerinnen und Sänger Kindern ab 8 Jahren unterhaltsam näher, worum es in Madame Butterfly  (31. August 2014), Der Freischütz (11. Januar 2015) und Carmen (17. Mai 2015) geht.
      • Die Mobile Produktion von Elisabeth Naskes Erzähltheater „Das kleine Ich-bin-ich“ geht ab 20. Oktober 2014 wieder auf Tour in Kindergärten und Kindertagesstätten.
      • Der gestiefelte Kater (26. September 2014), „Vom Fischer und seiner Frau“ (ab März 2015) und „Pinocchio“ ( ab Juni 2015) runden das breite Kinderprogramm der Oper Köln ab.

So trotzt die Oper Köln auch 2014/15 wirtschaftlichen wie operativen Beschränkungen und bietet seinen großen wie kleinen Besuchern erneut großes und innovatives  Musiktheater.  IOCO / Viktor Jarosch / 03.04.2014

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