Linz, Landestheater Linz, THE TRANSPOSED HEADS – Peggy Glanville-Hicks, 24.11.2018


Landestheater Linz

Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler
Landestheater Linz / Neues Musiktheater Volksgarten © Sigrid Rauchdobler

THE TRANSPOSED HEADS – DIE VERTAUSCHTEN KÖPFE

 Peggy Glanville-Hicks, nach der gleichnamigen Novelle von Thomas Mann

EUROPÄISCHE ERSTAUFFÜHRUNG

Zwei Freunde – der eine von wohlgeformtem, der andere von asketisch-ausgezehrtem Körperbau – lieben im fernen Indien dieselbe Frau. Der Asket heiratet sie, jedoch enthauptet er sich in einem Akt religiöser Ekstase selbst. Den Athletischen packt die Reue wegen seiner heimlichen Liebe zu ihr, so dass auch er sich selbst köpft. Doch die Götter gestatten der Frau, die Köpfe wieder auf die beiden Leiber zu setzen. Allerdings vertauscht sie in ihrer Aufregung die Köpfe. Ist jetzt der mit dem Kopf des Asketen oder der mit dessen Körper ihr Mann?

Die Australierin Peggy Glanville-Hicks (1912–1990) gilt als eine der spannendsten Komponistinnen des englischsprachigen Raums. Ihre 1954 uraufgeführte Oper The Transposed Heads nach Thomas Manns gleichnamiger Novelle zeichnet sich dabei durch eine abwechslungsreiche Tonsprache aus, die dank eines reichhaltigen Schlagwerk-Einsatzes von einem exotisch anmutenden Puls angetrieben wird.thomas mann,

Bei der Uraufführung von Peggy Glanville-Hicks Oper 1954 verstörte manchen Kritiker, dass die Oper The Transposed Heads sich angeblich nicht entscheiden könne, ob sie exotisches Spektakel, tragische Dreiecksliebesgeschichte, philosophischer Diskurs oder skurril-witzige Komödie sein wolle. Hierzu gilt es zu bemerken, dass diese Mischung bereits bei Thomas Mann angelegt ist. Und außerdem kann man fragen, ob diese Melange nicht genau eine Qualität dieser Oper ist, die sich dadurch so bunt wie das Leben selbst präsentiert. Ganz abgesehen davon, dass die Wahl des Stoffes für eine Oper mehr als passend ist. Denn Manns Novelle erzählt eine Geschichte, die eben gerade wegen ihrer skurrilen Handlung und wegen der hier verhandelten und ausgestellten Emotionen größer ist als das Alltägliche und damit nachgerade eine Überhöhung durch die Musik verlangt.

Premiere Samstag, 24. November 2018, 20.00 Uhr – BlackBox Musiktheater,  weitere Vorstellungen: 28. November; 1., 6., 8., 14., 16., 26., 29. Dezember 2018

Musikalische Leitung Leslie Suganandarajah, Inszenierung Gregor Horres, Bühne und Kostüme Jan Bammes, Dramaturgie Christoph Blitt, Schridaman, ein Brahmane Rafael Helbig-Kostka, Nanda, sein Freund, aus niedriger Kaste   Timothy Connor, Sita, ein junges Mädchen Etelka Sellei, Kali, Göttin Svenja Isabella Kallweit, Kamadamana, ein Guru Philipp Kranjc

Chor Svenja Isabella Kallweit, Sinja Maschke, Hibiki Tsuji, Philipp Kranjc

Statisterie des Landestheaters Linz, Bruckner Orchester Linz


BIOGRAFIEN


LESLIE SUGANANDARAJAH MUSIKALISCHE LEITUNG

Geboren 1983 in Colombuthurai/ Sri Lanka zieht er im Alter von zwei Jahren mit seiner Familie nach Deutschland.

Hier erhält er während der Schulzeit Klavier-, Querflöten- und Orgelunterricht. Nach dem Abitur nimmt Leslie Suganandarajah 2002 das Musikstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater Hannover auf und wechselt 2004 für das Klavierstudium zu Jacques Ammon an die Musikhochschule Lübeck und studiert parallel Orchesterdirigieren in der Klasse von Prof. Gerd Müller-Lorenz.

Im Oktober 2009 nimmt Leslie Suganandarajah das Studium im Fach Dirigieren an der Musikhochschule “Franz Liszt” in Weimar bei Prof. Nicolas Pasquet, Prof. Anthony Bramall, Gunther Kahlert, Golo Berg und Martin Hoff auf.

Im April 2011 wird Leslie Suganandarajah in das Dirigentenforum (Förderprogramm des Deutschen Musikrates) aufgenommen.

Nach erfolgreichem Auswahldirigat erhält er für die Spielzeit 2014/2015 das Hermann-Hildebrandt-Stipendium für junge Dirigenten und dadurch auch eine Assistenz bei Michael Sanderling und der Dresdener Philharmonie, welche auch eigene Dirigate beinhaltet.

Zur Spielzeit 2012/2013 tritt Leslie Suganandarajah die Position des 2. Kapellmeisters am Theater Koblenz an und hat seit Beginn der Spielzeit 2015/2016 die Stelle des 1. Kapellmeisters am selben Haus inne. Zur Spielzeit 2017/2018 wechselte er als Kapellmeister an das Landestheater Linz. Leslie Suganandarajah ist der neue designierte Musikdirektor des Salzburger Landestheaters und wird diese Position von 2019 – 2022 innehaben.


GREGOR HORRES INSZENIERUNG

Der deutsche Regisseur Gregor Horres studierte zunächst Kunstgeschichte. 1991 wurde er Assistent von Karl Kneidel und Gerd Heinz am Staatstheater Darmstadt und wechselte mit diesem Team 1993 nach Freiburg, wo er begann, selbst Regie zu führen.

1998 wurde er Oberspielleiter des Theaters Bielefeld. In dieser Zeit inszenierte er unter anderem Orpheus und Eurydike (Gluck), Hänsel und Gretel (Humperdinck), Die Meistersinger von Nürnberg (Wagner), Rusalka (Dvo?ák), Carmen (Bizet) und Die Zauberflöte.

Als Gastregisseur war er bei den Freilichtspielen Tecklenburg (Benatzky: Im Weißen Rössl), an der Oper Ljubljana, Slowenien (Ullmann: Der Kaiser von Atlantis), an den Vereinigten Bühnen Mönchengladbach-Krefeld (Rihm: Oedipus) und bei den Opernfestspielen Savonlinna, Finnland (Offenbach: Les Contes d’Hoffmann).

Als freier Opernregisseur inszenierte er ab der Spielzeit 2005/2006 La Traviata (Verdi), Der Kreidekreis (Zemlinsky), Einstein (Dessau) und Un ballo in maschera (Verdi) an verschiedenen deutschen Bühnen.

In den letzten Jahren kamen dazu: Manon Lescaut (Puccini) in Regensburg, Lucia di Lammermoor (Donizetti) in Biel, Der fliegende Holländer (Wagner) und Die Frau ohne Schatten (R. Strauss) in Mannheim, Rigoletto und La Traviata (Verdi) in Hagen, Wozzeck (Berg) und Andrea Chénier (Giordano) in Innsbruck, L’italiana in Algeri (Rossini) in Dortmund, Das Gesicht im Spiegel (Jörg Widmann) an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf, Pique Dame (Tschaikowsky) in Erfurt, Tosca (Puccini) in Bremerhaven und L’Africaine (Meyerbeer) in Würzburg, Selma Jezková (Dancer in the dark – von Poul Ruders), La Bohème am Staatstheater in Schwerin, Don Quichotte von Massenet und Fidelio am Stadttheater Hagen, Gegen die Wand von Ludger Vollmer an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf sowie Cimarosas Der Operndirektor in Lübeck.2015/2016 inszeniert er Die lustigen Weiber von Windsor in Würzburg und Der Rosenkavalier in Hagen.

Seit Oktober 2008 unterrichtet er szenische Gestaltung an der Hochschule für Künste in Bremen. Seit der Spielzeit 2016/2017 ist Gregor Horres Leiter des Oberösterreichischen Opernstudios am Landestheater Linz.


JAN BAMMES BÜHNE UND KOSTÜME

Jan Bammes wurde in Freital/Sachsen geboren und studierte in Dresden an der Hochschule für bildende Künste Bühnen- und Kostümbild bei Prof. Werz. Sein erstes Engagement hatte er an den Städtischen Bühnen Magdeburg als Bühnen- und Kostümbildner. Weitere Stationen waren u. a. Halle/Saale und Potsdam. Anschließend übernahm er die Ausstattungsleitung am Landestheater Schwaben/Memmingen. Dort gewann er den Bayerischen Förderpreis für die Ausstattung zur Produktion Amphytrion. In der Saison 1997/1998 wechselte er in derselben Position an die Städtischen Bühnen Osnabrück. Vom Jahr 2007 an war er für zehn Jahre Ausstattungsleiter am Theater Hagen, seit der aktuellen Spielzeit 2017/2018 ist er als fester Bühnen- und Kostümbildner am Landestheater Linz verpflichtet und zeichnet neben Schaf außerdem für die Produktionen La Rosinda und Eugen Onegin verantwortlich. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Regisseur Gregor Horres, mit dem er u. a. am Tiroler Landestheater Innsbruck, in Schwerin und Hagen arbeitete.

 

—| Pressemeldung Landestheater Linz |—

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