Magdeburg, Theater Magdeburg, Premiere: DIE BRAUT VON MESSINA von Fibich, 14.03.2015

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Theater Magdeburg

Theater Magdeburg © Theater Magdeburg / Hans Ludwig Boehme
Theater Magdeburg © Theater Magdeburg / Hans Ludwig Boehme

Premiere: DIE BRAUT VON MESSINA

Musik von Zdenek Fibich
Tragische Oper in drei Akten
Libretto von Otakar Hostinsky
nach Friedrich Schiller
In tschechischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere Sa., 14. 3. 2015, 19.30 Uhr im Opernhaus
weitere Vorstellungen 22. 3. / 28. 3. / 3. 4. / 10. 4. 2015

Am 14. März erlebt mit der Deutschen Erstaufführung der Oper »Die Braut von Messina« von Zdenek Fibich eines der bedeutendsten Werke der tschechischen Romantik im Theater Magdeburg ihre Premiere.

Bildhaftigkeit und Suggestivkraft sind die hervorstechenden Merkmale der Musik von Zdenek Fibich (1850 – 1900), der – in der Tradition eines Smetanas stehend – neben Dvorák zu den prägenden tschechischen Komponisten des 19. Jahrhunderts gehört. Musikalisch wie dramaturgisch von Wagners Musikdramen beeinflusst, schuf Fibich mit »Die Braut von Messina« ein Werk, das aufgrund seines deklamatorischen Stils als Höhepunkt der tragischen tschechischen Oper gilt. Darüber hinaus ist ein es Zeugnis der ernsthaften Formensprache des tschechischen Musiktheaters der Romantik. War die Uraufführung 1884 in Prag noch von kritischen Tönen begleitet – zu deutsch, zu wagnerisch, zu düster – fand diese frühe Lite-raturoper ab 1909 einen festen Platz im nationalen Musiktheaterrepertoire.

Seiner dritten Oper legt Fibich das gleichnamige »Trauerspiel mit Chören« von Schiller zugrunde, das vor dem Hintergrund eines tödlichen Bruderzwists die Frage nach der Beziehung zwischen Politik und Moral und dem Verhältnis von persönlicher Freiheit und Gesellschaft aufgreift. Fibich war einer der ersten Komponisten überhaupt, der ein Schauspiel wörtlich vertonte. Auch dass er einen deutschen Autor wählte, stellte in Anbetracht der sich zu jener Zeit formierenden Nationalkultur Tschechiens eine Besonderheit dar. Fibich verbindet die werkimmanente Frage nach der Schuld mit effektvollen Chorszenen und lässt mit einer leitmotivisch-psychologischen Deutung der dramatischen Figuren und Situationen überzeugende Rollenporträts entstehen.

Inszeniert wird die Deutsche Erstaufführung von Cornelia Crombholz, die seit dieser Spielzeit Schauspieldirektorin am Theater Magdeburg ist und hier bereits 2011 mit ihrer Inszenierung von Leos Janáceks »Jenufa« ein überzeugendes Debüt als Musiktheater-regisseurin gab. Mit dem Bühnenbildner Marcel Keller und der Kostümbildnerin Marion Hauer erzählt sie die schicksalshafte Familiengeschichte vor dem Hintergrund einer totalitär geprägten Gesellschaft und konfrontiert damit die humanistischen Ideale Schillers und die romantische Musik Fibichs mit den menschlichen Tragödien und historischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts.
»Fibich macht aus den Schwächen des Schauspiels ›Die Braut von Messina‹ – die große Bedeutung der Chöre, die pathetische Sprache, und die unrealistisch-fatale Familien-konstellation – die besonderen Stärken. Von den Chören gehen immer wieder dramatische Steigerungen aus. Dramatik ist immer Zuspitzung und Überhöhung. Zwei nette Brüder sind kein Thema, sondern die Frage, wie es geschehen kann, dass einer den anderen umbringt.« (Cornelia Crombholz)

Deutschlandradio Kultur wird die erste Aufführung der »Braut von Messina« außerhalb Tschechiens aufzeichnen und am 21. März um 19.05 Uhr ausstrahlen. Das kürzlich mit einem Grammy ausgezeichnete Label cpo wird den Mitschnitt als CD veröffentlichen wird. Flankiert werden die insgesamt fünf Vorstellungen von einem Rahmenprogramm, zu dem neben einer Lesung von Schiller-Balladen und einem kulinarischen Expertengespräch auch ein Vortrag unter dem Titel »Oper in Tschechien – Nationalkunst und mehr« von Hans-Klaus Jungheinrich gehört.

Die verwitwete Fürstin Isabella von Messina möchte ihre beiden verfeindeten Söhne Manuel und César versöhnen und ein lang gehütetes Geheimnis lüften: Trotz einer Prophezeiung, ihre Tochter würde das Ende des Fürstengeschlechts verursachen, hatte sie die kleine Beatrice vor dem Tod gerettet und unerkannt in einem Kloster aufziehen lassen. Doch das Schicksal lässt sich nicht aufhalten: Beide Brüder verlieben sich in die schöne Unbekannte, ihr Hass flammt wieder auf und am Ende sind sie tot – und die überlebenden Frauen mit ihren Schuldgefühlen allein.

Musikalische Leitung GMD Kimbo Ishii
Regie Cornelia Crombholz
Bühne Marcel Keller
Kostüme Marion Hauer
Choreinstudierung Martin Wagner

BESETZUNG:
Donna Isabella: Lucia Cervoni
Don Manuel: Thomas Florio
Don Cesar: Richard Samek
Beatrice: Noa Danon
Diego: Johannes Stermann
Kajetan: Martin-Jan Nijhof
Bohemund: Manfred Wulfert
Page: Hale Soner
Opernchor des Theaters Magdeburg
Es spielt die Magdeburgische Philharmonie

—| Pressemeldung Theater Magdeburg |—

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