Mailand, La Casa di Risposa per Musicisti, Casa Verdi, IOCO Portrait, 06.06.2009

Portrait

La Casa di Risposa per Musicisti eine außergewöhnliche Institution

Die Casa di Risposa per Musicisti © IOCO / AB
Die Casa di Risposa per Musicisti © IOCO / AB

Die Casa di Risposa per Musicisti, genannt Casa Verdi. Ein Freund fragte den siebenundachzigjährigen Giuseppe Verdi einmal, welches seiner Werke er am meisten liebe. Die erstaunliche Antwort Verdis war, “Unter all meinen Werken, ist mir das Heim, das ich in Mailand für alte und mittellose Künstler, die nicht vom Glück begünstigt und nicht mit der Tugend der Sparsamkeit gesegnet sind, am liebsten. Glauben Sie mir, mein Freund; das Heim ist wirklich meine schönste Oper”.

Bariton Giuseppe Manacchini vor der Kapelle, in der sich die Gräber von Giuseppe Verdi und seiner Frau Giuseppina Strepponi befinden. © IOCO / AB
Bariton Giuseppe Manacchini vor der Kapelle, in der sich die Gräber von Giuseppe Verdi und seiner Frau Giuseppina Strepponi befinden. © IOCO / AB

Im Jahr 1889 hatte Verdi an der Piazza Michelangelo Buonnarotti ein Grundstück gekauft, um dort ein Krankenhaus zu bauen. Später hat er sich anders entschieden und wollte nun ein Altenheim für alte und mittellose Künstler errichten. Hier sollten Komponisten, Sänger, Dirigenten, Chorleiter und Orchestermusiker, die in Armut lebten, ihren Lebensabend sorgenfrei verbringen. 1895 legte man ihm erste Pläne vor, worauf Verdi sogleich einhundertfünfzigtausend Goldlire auf ein Sonderkonto einzahlte. Das Heim wurde 1899 fertig gestellt, doch erst am 10. Oktober 1902 offiziell eröffnet. Ursprünglich hatte das Gebäude zwei Stockwerke. 1937 kam ein drittes hinzu, so das einhundert Zimmer zur Verfügung standen.

Verdi hatte dem Heim in seinem Testament die Tantiemen einiger Opern vermacht. Zunächst genügten diese Einnahmen, doch zerrütteten Krieg und Inflation die Finanzen. Als das Copyright der letzten Werke “Othello” und “Falstaff” auslief, war es sehr schlecht um den Fortbestand des Hauses bestellt. Private Spender, allen voran der große Dirigent Arturo Toscanini, kamen dem Heim zu Hilfe. Auch in späteren Jahren haben viele große Künstler, wie z.B. Giulietta Simionato, Renata Tebaldi und Carlo Bergonzi Konzerte gegeben, deren Einnahmen dem Heim zuflossen. Giuseppe Verdi starb am 27. Januar 1901. Er hat die Eröffnung seines Heimes nicht mehr erlebt. Er wurde zunächst auf dem städtischen Friedhof in Mailand, auf dem drei Jahre zuvor seine Frau, die Sängerin Giuseppina Strepponi, begraben wurde, beigesetzt. Nach Fertigstellung des Heimes, wurden beide in die Krypta der “Casa Verdi“, wie die Mailänder das Heim von Anfang an nannten, überführt.

Hier haben sie ihre letzte Ruhestätte gefunden. In der Casa Verdi haben seither hunderte mittelloser Künstler gelebt. Unter ihnen auch große Opernstars früherer Tage, die durch Spekulation, großzügigen Lebenswandel, oder aus anderen Gründen ihr Vermögen verloren haben. Die bekanntesten Bewohner der letzten Jahre waren die Sopranistin Sara Scuderi, der Bariton Giuseppe Manacchini und die Mezzo Sopranistin Irma Colasanti. Zu ihrer Zeit gefeierte Stars der Mailänder Scala und vieler bedeutender Opernhäuser. Bisher ist noch kein Zimmer der Casa Verdi unbewohnt geblieben. So wird Verdis “schönste Oper” auch in Zukunft noch vielen alten Künstlern einen würdigen Lebensabend ermöglichen.

IOCO / AB / 06.06.2009

In diesem Zusammenhang ein Link zu dem bekannten Film”Il bacio di Tosca”

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