Mainz, Staatstheater Mainz, EVA – Operette in drei Akten 31.12.2011

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Staatstheater Mainz

Staatstheater Mainz © Andreas Etter
Staatstheater Mainz © Andreas Etter

EVA,  Operette von Franz Léhar,

Libretto von A. M. Willner und Robert Bodanzky

Musikalische Leitung Sebastian Hernandez-Laverny
Inszenierung Cordula Däuper
Bühne Jochen Schmitt
Kostüme Justina Klimczyk
Dramaturgie Carsten Jenß

Eva arbeitet in einer Brüsseler Glasfabrik. Als Adoptivkind des Arbeiterführers Larousse ist sie das geliebte Zentrum der Arbeiterschaft – aber eigentlich betrachtet Eva Paris als ihre Heimat. Als Octave Flaubert aus Paris zurückkommt und die Leitung der Fabrik übernimmt, kann er sich nicht mit seiner Rolle als Unternehmer anfreunden. Stattdessen simuliert er in glanzvollen Festen “Paris” und lässt einen rasch verliebten Blick auf die Arbeiterin Eva fallen. Als er ihr am Rande eines solchen Festes näher zu kommen versucht, dringt die aufgebrachte Arbeiterschaft in seine Villa ein und fordert Eva zurück. Um eine Revolution zu verhindern, behauptet er, Eva heiraten zu wollen. Die Arbeiterschaft zieht sich besänftigt zurück. Eva, enttäuscht von der Notlüge Octaves, geht in ih re Traumstadt Paris und verbringt dort ihr Leben in Glanz und Schönheit. Octave folgt ihr nach in diese Stadt, an den Ort eines glücklichen und arbeitslosen Lebens.
1911 wurde Franz Léhars “Eva” im Theater an der Wien uraufgeführt – mit großem Erfolg, obwohl in Anbetracht von Fabrikmilieu und Proletariat der Verdacht aufkam, Léhar werde hier zum Parteigänger des Sozialismus. Revolutionär ist dieses viel zu selten aufgeführte Hauptwerk des großen Komponisten weniger durch die zeitweise Vorherrschaft von Arbeitern auf der Bühne, sondern durch die nonchalante Auflösung der Arbeitswelt in den gelebten Traum einer Welt ohne Arbeit. Dabei schwingt in der Musik – im Walzertakt – immer ein schönes und schmerzliches “als ob” mit. Aber mit großer (Operetten-) Logik zwingt das Werk seine Zuhörer, diesen Schein als die eigentliche Wahrheit zu betrachten und Glück für möglich zu halten – wenn man denn Geld nicht für bare Münze nimmt.
Vorstellungsdauer: 2:45 Stunden, eine Pause

31. (15 und 20 Uhr) Dezember 2011,
am 4. Januar, 9. Februar, 2., 25. (14 Uhr) März,
am 9., 18. und 27. April, 26. Mai sowie am 12. Juni 2012.

—| Pressemeldung Staatstheater Mainz |—

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