München, Bayerische Staatsoper, Jonas Kaufmann oder die Leiden eines Sängers, IOCO Aktuell, 11.12.2013

Bayrische Staatsoper.jpg

Bayerische Staatsoper München

Nationaltheater München © Wilfried Hösl
Nationaltheater München © Wilfried Hösl

Tosca am Nationaltheater:   Kaufmann  für  Giordano

Der Körper soll bitteschön immer gleich funktionieren. Aber das tut er nicht“, klagte einmal das ehemalige Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper, die Mezzosopranistin Cornelia Salje. Sänger und Sängerinnen tragen zu ihrem sensiblen Instrument, den Stimmbändern, immerwährend auch das Risiko plötzlicher  Absagen von lange geplanten Auftritten. Indispostionen, nicht existenzgefährende Stimmkrisen, sind häufigster Grund für solche Absagen. Ein unpassend klimatisiertes Flugzeug, ein Wetterumschwung, ein fehlender Schal; der Alltag schafft die Unpässlichkeiten. Sind Insdispostionen meist nur kurz, Sorgen um ihre Stimmbänder sind permanent drohende Begleiter von Sängern  und Sängerinnen.

Am 6. Dezember 2013 traf dies Berufsrisiko einen Großen der Sängergilde: Jonas Kaufmann. Er mußte wegen der unvorhersehbaren Folgen einer Zahnoperation schweren Herzens einen  großen Auftritt in der  Frankenhalle  Nürnberg  zum 20-jährigen Jubiläum der Sternstunden-Gala, einer Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks für kranke, behinderte und notleidende Kinder absagen. 5,6 Millionen Euro konnten dort 2013 gesammelt werden.

Nur eine Woche später traf dieses Risiko seinen Tenor-Kollegen Massimo Giordano.  Giordano sollte am 13.12.2013 in der Tosca am Bayerischen Nationaltheater  die Partie des Cavaradossi singen; doch er erkrankte er plötzlich und mußte die Vorstellung am 13.12.2013 absagen.

Doch selten großartiger “Ersatz” wird geboten: Jonas Kaufmann, erprobt am Nationaltheater wie als Cavaradossi,  wird für Massimo Giordano als Cavaradossi einspringen. Die Besucher werden, Massimo Giordano schnelle Genesung wünschend, am 13.12.2013 über der großartigen Ersatz nicht allzusehr verärgert sein.

Jonas Kaufmann, geboren in München, studierte Gesang an der hiesigen Hochschule für Musik. Seine Bühnenlaufbahn begann 1994 am Staatstheater Saarbrücken. Nach Engagements in Hamburg, Stuttgart und Mailand kam er 2001 an die Oper in Zürich, wo er mit deutschem, italienischem und französischem Repertoire zu erleben war. Es folgten Engagements etwa an der Wiener Staatsoper, der Opéra National de Paris, der Metropolitan Opera in New York (u.a. Alfredo in La traviata, Titelpartie in Parsifal) und dem Royal Opera House, Covent Garden, in London sowie Auftritte bei den Festspielen von Salzburg (u.a. Belmonte in Die Entführung aus dem Serail) und Bayreuth (Titelpartie in Lohengrin). Partien hier 2013/14: Manrico (Il trovatore), Don Alvaro (La forza del destino), Mario Cavaradossi (Tosca). Zudem gibt er 2014 einen Liederabend im Rahmen der Münchner Opernfestspiele.

IOCO / VJ / 11.12.2013

—| IOCO Aktuell Bayerische Staatsoper München |—

Leave a comment