München, Münchener Symphoniker, Adel verpflichtet – Prachtvoller Barock im Sommerabend, IOCO Kritik, 28.07.2015

Münchner Symphoniker © Marco Borggreve
Münchner Symphoniker © Marco Borggreve

 

Münchner Symphoniker

Adel verpflichtet und die Münchner Symphoniker

Der Brunnenhof in der 500 Jahre alten Münchner Residenz mit Glockenturm und dem  Wittelsbach Brunnen aus dem Jahr 1610 bietet Jahr für Jahr den spektakulären
Rahmen für die Summerproms, reizvolle Open-Air-Konzerte der Münchner Symphoniker. Am 23.Juli 2015 hatte selbst die Wetterfee ein Einsehen: Ein lauschiger sanfter Sommerabend in der alten Residenz bildete einen ausverkauften wie mitreißenden Rahmen für Besucher.

Die Münchner Symhoniker unter der Leitung von Gastdirigent Sebastian Tewinkel vermittelten dort Pracht und Humor des Barocks. Tewinkel, Stipendiat der renommierten Herbert von Karajan Stiftung, Stipendiat der Herbert von Karajan Stiftung, ist gefragter Dirigent im In- und Ausland.

Münchner Symphoniker im Brunnenhof © MuenchenMusik
Münchner Symphoniker im Brunnenhof © MuenchenMusik

Adel verpflichtet so die Überschrift des Abends für höfische Barockwerke der Münchner Symphoniker. Klangvolle, stimmungsmachende Musik, wie sie Könige und Fürsten des Barock liebten, schufen  im Brunnenhof den Raum für Lebens- und Klangfreude.

Das Konzert begann mit Georg Friedrich Händels  “Einzug der Königin von Saba” aus seinem Oratorium “Salomo”. Die schwungvolle Barockmusik eröffnet den Konzertabend und lässt uns teilhaben an der heiteren repräsentativen Seite der Barockmusik. Es folgte die Suite Nr.1 aus “The Fairy Queen” von Henry Purcell. Purcell ist einer der wichtigsten Vertreter der britischen Musikgeschichte; die Komposition “Feenkönigin” gehört zu seinen erfolgreichsten Schauspielmusik-Stücken.

Thomaso Albinoni, Konzert für Trompete und Streicher. Guido Segers, der Solotrompeter der Münchner Symphoniker gibt diesem Konzert in seiner klassischen Ausgewogenheit einen feierlichen Glanz. Seine Technik ist bravourös, dazu laue Sommernacht: Das Publikum war begeistert. Mit der spektakulären “Wassermusik” von Georg Friedrich Händel endete der 1. Teil des Abends. Diese Komposition mit großer Bläserbesetzung war komponiert als Auftragswerk des englischen Königs Georg I. für dessen Ausfahrten auf der Themse. Repräsentative feierliche Musik sollte die Ausfahrten des Königs begleiten; doch auch im Brunnenhof von München mit den Münchner Symphonikern wurde Händels Wassermusik prachtvoll zur Geltung gebracht.

Adolphe Charles Adam war die Unterhaltung seines Publikums immer besonderes Anliegen. Die nach der Pause folgende, schwungvolle Ouvertüre aus dessen Komischer Oper “Si j’etais Roi” (Wenn ich König wäre), in einem fiktiven Königreich gespielt, führte das Publikum vom prachtvollen der “Wassermusik” Händels zurück in das filigrane Leben königlicher Untertanen.
Maurice Ravels „Eine Pavane für eine tote Prinzessin“ wiederum ist kein Trauerstück. Vielmehr soll es an die vielen, auf schönen Ölgemälden dargestellten kleinen, spanischen Prinzessinnenerinnern erinnern. Die Pavane, ein sehr langsamer Schreittanz, der sich an den Höfen großer Beliebtheit erfreute: Die Münchner Symphoniker ergriff die Besucher mit ergreifend gespielter Bedächtigkeit.
Die Philharmonische Gesellschaft London bat Anfang des 19. Jh. den auch in London populären Ludwig van Beethoven um eine Ouvertüre. Beethoven, dessen Festspiel „Die Ruinen von Athen“ wenig gespielt wurde, überließ daraus das mit „König Stephan“ betitelte Vorspiel. Doch auch in London zeigte man sich von Beethovens Werk wenig begeistert. Bis heute wird „König Stephan“ nur wenig aufgeführt. So erlebten die Besucher des Brunnenhofs mit diesem Werke eine künstlerische Rarität. Den populären Abschluß wie Abräumer des adligen Konzerts bildete der “Kaiserwalzer” von Johann Strauß Sohn.

Das ungewöhnliche wie reizvolle Programm Adel verpflichtet endete mit dem “Radetzky Marsch” als Zugabe. Die gefeierten Münchner Symphoniker und Dirigent Sebastian Tewinkel entließen ihr Publikum unter Klatschen, Bravos und Pfiffen in eine warme Sommernacht. Und man merke sich vor: Die „Summerproms”  und die Münchner Symphoniker kommen 2016 wieder.

IOCO / Daniela Zimmermann / 23. Juli 2015

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