München, Münchner Symphoniker, Mozart – Adams – Bruckner und Chad Hoopes, IOCO Kritik, 15.02.2016

Münchner Symphoniker © Marco Borggreve
Münchner Symphoniker © Marco Borggreve

Münchner Symphoniker

Münchner Symphoniker präsentieren Artist in Residence

Muenchen / Chad Hoopes © Lisa-Marie Mazzucco
Muenchen / Artist in Residence Chad Hoopes © Lisa-Marie Mazzucco

Was bedeutet das Artist in Residence ? Dieser Youngster heißt Chad Hoopes, ist 21 Jahre alt, ein begnadeter Violonist, der durch seine sprühende Virtuosität verbunden mit einer technischen Leichtigkeit so hervorragend sein Instrument beherrscht, dass er bereits mit mehreren renommierten ersten Preisen ausgezeichnet wurde. Darunter der Preis des Jehudin Menuhin International Violine Competition. Sein Talent ist so außerordentlich, dass dieser junge Amerikaner, der in New York lebt, weltweit anerkannt und gefeiert wird. 2014 debütierte er mit den Münchner Symphoniker im Prinzregententheater und hinterließ einen so bleibenden Eindruck, dass dieses Orchester ihm jetzt die Chance gab in Form einer Einladung drei Violin-Konzerte mit ihnen zu musizieren. Durch diese intensive Zusammenarbeit entsteht und das ist gewünscht eine engere Verbindung zwischen dem jungen Musiker und dem Orchester. Für Chad Hoopes ist diese Einladung eine Auszeichnung und zugleich eine Förderung für seine musikalische Karriere.

Die ersten beiden Konzerte haben jetzt stattgefunden. Dirigent war Kevin John Edusei. Und Chad Hoopes spielte im ersten Konzert, Mozarts Konzert für Violine Nr. 5 in A-Dur,  im zweiten John Adams´ Konzert für Violine und Orchester. Ich besuchte das zweite Konzert. Chad Hoopes liebt die zeitgenössische, minimalistische Musik von John Adams, der einer der bekanntesten amerikanischen Komponisten der Gegenwart ist. Das Violinkonzert hat er 1994 komponiert. Ein weites Spektrum musikalischer Einflüsse und Eindrücke prägen diese ungewöhnliche und für uns neue Gegenwartsmusik.

Die Solovioline ist ständig im Einsatz, verwebt mit dem Orchester.  Chad Hoopes spielt klar und farbenfroh mit ausgereiften Tönen auf seiner Geige. Der Chefdirigent der Münchner Philharmoniker hat das, bei dieser Symphonie groß aufgestellte Orchester, mit sehr viel Einfühlungsvermögen für den jungen Geiger und mit großer Ruhe geführt. Es hat Spaß gemacht dieser melodischen Symphonie zu folgen und obwohl sich vieles rhythmisch wiederholt, verlor sie nie an Spannung.

Auf der inzwischen berühmten gelben Couch, auf der Chefdirigent Edusei vor dem Beginn des Konzerts unter anderem seine Solisten vorstellt, erklärte Chad Hoopes, dass er das Adams Konzert mit den unterschiedlichsten Begebenheiten im Central Park New Yorks in Verbindung bringt. Dort spielt sich so viel vielseitiges Leben ab und diese Reichhaltigkeit, die erlebt und fühlt er beim Spielen und bei der Wiedergabe des Adams Konzerts.

Bruckners Symphonie Nr. 4, die Romantische, vollendete diesen Konzertabend. Sie ist wohl die beliebteste Sinfonie von Anton Bruckner. Diese Sinfonie ist mitreißend in der für Bruckner typischen Steigungsart. Der 1. Satz führt uns in die blühende Natur. Und es gibt immer wieder große Entladungen, in denen das ganze Orchester, besonders die Bläser kräftig mit einbezogen und gefordert sind. Edusei dirigiert auch hier mit großer Ruhe und steigert damit die Ausdruckskraft der klingenden Naturereignisse dieser romantischen Symphonie. Mit ihren wechselnden Stimmungen von Schwermut und Trauer geprägt zu den triumphalen Höhepunkten in stählendem Es-Dur. Trotzdem erzielt er ein zügiges Tempo und steigert dieses besonders im letzten Satz zu einem grandiosen Fortissimo.

Diese großartigen Leistungen wurden mit viel Applaus belohnt.

D.  Zimmermann / 13.03.2016

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