München, Herkulessaal, POLNISCHES FESTKONZERT – Stabat Mater, IOCO Kritik, 07.06.2022

Mykola Lyssenko © Wikimedia Commons
Mykola Lyssenko © Wikimedia Commons
Herkulessaal / in der Münchner Residenz © Bayerische Schloesserverwaltung
Herkulessaal / in der Münchner Residenz © Bayerische Schloesserverwaltung

POLNISCHES FESTKONZERT – STABAT MATER

von Peter Michael Peters

Das polnische Festkonzert am 1.6.2022 im Herkulessaal war Höhepunkt der vom ADAM-MICKIEWICZ-INSTITUT in der Kunsthalle München organisierten Ausstellung “FOKUS AUF POLEN”:

  • Frédéric Chopin: Klavierkonzert Nr.1 in e-Moll, op.11 (1830)
  • Mykola Lyssenko: Elegie op. 41, Nr. 3 (1902)
  • Karol Szymanowski: Stabat Mater, op. 53 (1929)
  • Mieczyslaw Weinberg: Symphonie Nr. 4, a-Moll, op. 61 (1957

VIER MUSIKER-SCHICKSALE ZWISCHEN VERLORENEN GRENZEN EINER TOTALITÄREN ÜBERMACHT…

  • „Satan fischt im Dunkeln,
  •  er ist ein Nachtvogel.
  • Verstecke dich im Licht,
  • er wird dich nicht sehen können.“
  • (Adam Mickiewicz)

Man kann ohne Umschweife Adam Mickiewicz (1798-1855) als einen der größten Dichter der Romantik erkennen und auch gleichzeitig als ein unermüdlicher Vorkämpfer für Freiheit und Anerkennung seiner polnischen Heimat gegen die blutigen russischen Unterdrückungen. Wir wollen ihn hier symbolisch als Schirmherr der polnischen und vielleicht auch der ukrainischen Literatur und Musik ernennen. Mickiewicz ist für die Polen, was Dante Alighieri (1265-1321) für die Italiener und Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) für die Deutschen ist: Ein inspirierter Dichter, der die kulturelle Identität seines Volkes herauskristallisierte, dank dem die Literatur irgendwie die verlorene Heimat ersetzte.

Frederic Chopin Grabstätte in Pere Lachaise, Paris © Wikimedia Commons
Frederic Chopin Grabstätte in Pere Lachaise, Paris © Wikimedia Commons

Nach seiner Ausbildung an der Musikhochschule in Warschau und einer frühen Karriere in Polen und Wien, verließ Frédéric Chopin (1810-1849) seine polnische Heimat im Alter von 21 Jahren, um sich in Frankreich niederzulassen. Wo er seine Inspiration im Aufbrausen der Pariser Musikwelt und in der schmerzlichen Erinnerung an seine von der zaristischen Diktatur verletzten Heimat entwickelte. Chopins schmerzlicher Patriotismus spiegelt sich in seiner Musik wieder, wie Franz Liszt (1811-1886) bereits bemerkt hatte: „Und die Klagen Polens, die diesen Akzenten entlehnt sind, weiß ich nicht was für eine geheimnisvolle Poesie es ist! (…) Und die es auch wirklich gefühlt haben, kann man nicht mit anderen vergleichen…“ Wenn diese von Biographen der Vergangenheit häufig beschworenen Dimension des Exils des sarmatischen Musikers, wie Robert Schumann (1810-1856) ihn nannte und von zeitgenössischen Musikwissenschaftlern aufgegriffen wird, wird sie dennoch heute wieder völlig anders interpretiert. Für Jean-Jacques Eigeldinger (*1940) wird sie heute als typisch slawische Nostalgie verstanden, als kulturelle Sensibilität, die über die politische Kontingenz hinausgeht. Für Liszt konnte Chopin: „…zu den ersten Musikern gezählt werden, die auch den poetischen Sinn einer Nation in sich individualisierten.“ In Paris trifft er auf George Sand (1804-1876), die neun Jahre lang seine Begleiterin sein wird. Anerkannt als einer der größten Komponisten der Romantik, ist Chopin auch einer der berühmtesten Pianisten des 19. Jahrhunderts. Seine Musik ist auch heute noch eine der meistgespielten und bleibt ein wesentlicher Schritt zum Verständnis des universellen Klavierrepertoires. Mit Liszt ist er der Vater der modernen Technik seines Instruments und beeinflusste eine ganze Reihe von berühmten Komponisten: Gabriel Fauré (1845-1924), Claude Debussy (1862-1918), Maurice Ravel (1875-1937), Alexander Scriabin (1872-1915), Sergei Rachmaninow (1873-1943) und Olivier Messiaen (1908-1992).

Mykola Lyssenko (1842-1912) studierte Biologie an der Universität Charkiw und widmete sich in seiner Freizeit der Musik. Dank eines Musikstipendiums an der Musikhochschule Leipzig wurde er Dirigent, Komponist, Musikprofessor und Ethno-Musikwissenschaftler. Dort verstand er wie wichtig es war ukrainische Musik zu sammeln, zu entwickeln und zu komponieren, anstatt die Werke klassischer Komponisten aus dem Westen zu kopieren. Er interessierte sich für traditionelle ukrainische Bauernlieder und auch für die Poesie von Taras Schewtschenko (1814-1861). Während seines Studiums an der Universität Kiew widmete er sich der Sammlung und Klassifizierung traditioneller ukrainischer Lieder, die in sieben Bänden veröffentlicht wurden. Eine seiner Hauptquellen sind die Lieder des Kobzar und Minnesänger Ostap Mykytovytch Veresai (1803-1890). Er wird insgesamt etwa 500 traditionelle Lieder sammeln! Nach seiner Rückkehr aus Leipzig ließ er sich in Kiew nieder und begann Werke ukrainischer Inspiration zu komponieren. Sein ukrainophiler Ansatz missfällt der Imperialen Russischen Musik-Gesellschaft, die eine kulturelle Präsenz Großrusslands in der Ukraine förderte, damals Kleinrussland genannt. Auch ihre Beziehungen verschlechterten sich und Lyssenko wird kein Werk in russischer Sprache komponieren, noch wird er eine Übersetzung seiner Werke ins russische genehmigen. Um seine kompositorischen Fähigkeiten zu verbessern, reiste Lyssenko Mitte der 1870er Jahre nach St. Petersburg und nahm Unterricht bei Nikolai Rimsky-Korsakow (1844-1908). Aber sein glühender ukrainischer Nationalismus und seine Verachtung für die russische Autokratie behinderten seine Karriere. Er unterstützte die Revolution von 1905 und wurde 1907 kurzzeitig inhaftiert. Für die Librettos seiner Opern bestand Lyssenko darauf, nur die ukrainische Sprache zu verwenden. Beeindruckt von seiner Oper Tarass Boulba (1924) wollte Peter Iljitsch Tschaikowski (1840-1893) das Werk in Moskau aufführen, jedoch der Komponist bestand darauf, dass das Werk nur in ukrainischer Sprache gespielt wird.

Karol Szymanowski © Wikimedia Commons
Karol Szymanowski © Wikimedia Commons

Karol Maciej Szymanowski (1882-1937) wurde in Tymoshivka an der Ostgrenze des ehemaligen Polen (heute Ukraine) in eine wohlhabende Adelsfamilie hineingeboren und trug das Korwin- Slepowron-Wappen, das ihm später ein Leben in komfortabler Isolation ermöglichte, was seiner Persönlichkeit und seiner Schöpfung sehr zuträglich war. Die Ukraine ist eines jener Gebiete an den Grenzen des ehemaligen Polen und von der polnischen Bevölkerung „Grenzen“ genannt, um die ihre Nachbarn sie jahrhundertelang erbittert bestritten haben. Die Russifizierungspolitik erstreckte sich offensichtlich bis an die „Grenzen“! In der Ukraine wurden polnische Besitzer nicht verschont, auch wenn einige große Namen des Adels von einer Vorzugsbehandlung profitierten. Aus Opportunismus oder Passivität waren einige Polen kurz davor, sich zu assimilieren. Andere, die von einem unfehlbaren Patriotismus bewegt wurden, passten sich nicht sehr gut an und ihre erzwungene Unterwerfung verachteten sie. Sie waren entschlossen ihre Identität für jeden Preis zu bewahren! Die Familie Szymanowski mit einem sehr alten Stammbaum versehen und tief verbunden mit der polnischen Geschichte gehörten zu den großen Gegnern der russischen Willkürherrschaft.

Um durch die Entdeckung immer wundersamerer Länder bereichert zu werden, unternahm Szymanowski zahlreiche Reisen in den Jahren 1908/14. Er hält sich in Italien und in Nordafrika auf, aber auch besonders viel in Frankreich. Diese Reisen inspirierten ihn besonders für die Komposition seiner Oper Król Roger (Der König Roger/1926). Diese Faszination für den Orient und der mediterranen Kultur findet sich in seinem Roman Efebos (1919) wieder, in der er seine männlichen Liebesabendteuer und insbesondere seine große Liebe für den jungen Boris Kochno (1904-1990) beschreibt. Laut dem englisch-persischen Musikwissenschaftler Kaikhosru Shapurji Sorabji (1892-1988) gelingt es dem Komponisten in seiner Symphonie Nr. 3, op. 27 „Piesn o nocy“ („Gesang der Nacht“/1928) die Essenz der persischen Kunst zu durchdringen und hervorzurufen, was wohl einzigartig in der westlichen Musik ist.

Mieczyslaw Weinberg © Wikimedia Commons
Mieczyslaw Weinberg © Wikimedia Commons

Mieczyslaw Weinberg (1919-1996), geboren in Warschau und gestorben in Moskau, war ein Komponist polnischer Herkunft, der sich nach dem deutschen Überfall auf Polen im Jahre 1939 in der UDSSR niederließ. Der Umfang seiner musikalischen Produktion machte ihn ebenbürtig mit Sergei Prokofjew (1891-1953) und mit Dmitri Schostakowitsch (1906-1975), ohne jedoch wie sie die internationale Anerkennung zu erlangen. Er ist Autor der Musik für den russischen Kultfilm von Moikhail Kalatozov (1903-1973) Wo die Kraniche ziehen (1958) und der Oper Die Passagierin (1968) nach dem autobiografischen Roman Die Passagierin von Kabine 45 (1962) von Zofia Posmysz-Plasecka (*1923).

Der Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Polen veränderte sein Leben. Er allein schafft es, vor den deutschen Truppen in die UDSSR zu fliehen, während seine gesamte Familie von den Nazis verhaftet und in Auschwitz vergaßt wurde. Als eingebürgerter Sowjetbürger erhielt er den Namen Moisei Vainberg! Der Überfall auf die Sowjetunion im Jahre 1941 zwang ihn erneut zur Flucht. Er ließ sich in Taschkent, der Hauptstadt der SSR-Usbekistan nieder, wo er Unterstützung unter jüdischen Flüchtlingen wie Israel Finkelstein (1901-1985) fand. Dieser machte Schostakowitsch mit seinen ersten Partituren bekannt! Der schon berühmte Komponist schätzte die Arbeit seines jungen Kollegen und befürwortete die Installation von Weinberg und seiner Frau Nathalie (Tochter des jüdischen Schauspielers Solomon Mikhoels/1890-1948) in Moskau. Eine lange fruchtbare Freundschaft zwischen den zwei Komponisten begann und endete erst mit dem Tode von Schostakowitsch. Im Jahre 1953 ließ Schostakowitsch eine Petition unterzeichnen, die er an Lavrenti Pavlovitch Beria (1899-1953), den gefürchteten Chef des russischen Geheimdienst richtete, um Weinberg zur Hilfe zukommen, der wegen angeblicher zionistischer Aktivitäten, in Wirklichkeit wegen antisemitischer Motive inhaftiert wurde. Der Tod von Josef Stalin (1878-1953) markierte einen gewissen politischen Bruch und Weinberg fand wieder seine Freiheit.

Die 1960er Jahre sahen die Weihe seiner Musik. Seine Werke wurden von den großen russischen Interpreten wie die Musiker David Oistrach (1908-1974), Mstislaw Rostropowitsch (1927-2007), Leonid Kogan (1924-1982), Emil Gilels (1916-1985), sowie den Dirigenten Wladimir Fedossejew (*1932), Kirill Kondraschin (1914-1981), Rudolf Barschai (1924-2010) und dem Borodin Quartett aufgeführt. Weinberg hat ein gewaltiges Werk vollendet, das mehr als 500 Kompositionen umfasst, von denen 154 eine Opuszahl erhielten: Sieben Opern, ein weltliches Requiem, 22 Sinfonien, vier Kammersinfonien, zwei Sinfonietten, mehrere Konzerte, 17 Streichquartette, Violinsonaten mit Klavier, vier Sonaten für Cello und Klavier, usw.

Konzert am 1. Juni 2022 – Herkulessaal der Münchner Residenz

Mykola Lyssenko © Wikimedia Commons
Mykola Lyssenko © Wikimedia Commons

Das Konzert begann mit der Elegie op. 41, Nr. 3 von Mykola Lyssenko. Diese nur einige minutenlange musikalische Miniatur für Klavier des ukrainischen Komponisten kann wie ein noch roher und ungeschliffener Diamant bezeichnet werden. Als Zeichen der Solidarität mit den Opfern des von Russland begonnenen Krieges gegen die Ukraine ist es eine stille bewundernswerte Geste des Adam-Mikiewicz-Institut und der polnischen Nachbar-Nation. Diese Elegie wird von dem jungen polnischen Pianisten Szymon Nehring in voller Harmonie ohne Unterbrechung in das heroische und patriotische Monument eingeflochten: Das Klavierkonzert Nr. 1 e-Moll, op. 11 von Frédéric Chopin.

Der junge talentierte vielfach preisgekrönte Pianist zeigt uns eine äußerst nuancenreiche und vielfarbige romantische Interpretation, ohne in billige und kitschige Schlagerweisen abzurutschen. Sein Klavier vermittelt uns aber auch die dramatischen Ausbrüche, die das Leiden eines gemarterten Landes vom vaterlandslosen Komponisten symbolisiert wird. Die Klaviertasten werden nie „behämmert“ und das Pedal bekommt keine brutalen und ungewohnten Fußtritte. Alles ist Harmonie und Schönheit! Aber leider war es weiß Gott nicht das Gleiche mit der Interpretation der Münchner Symphoniker und seinem Dirigenten Hansjörg Albrecht. Es war ein Spielen ohne Relief und eine Folge von matten Farben mit teilweise dahinschleppenden Passagen. Der Pianist war fast immer mit einer Note voraus und das Orchester verbummelte die korrekten Einsätze.

Nach der Pause machten wir eine phantastische Entdeckung, obwohl wir den Namen und auch einige Kammermusik-Stücke schon kannten: Die Symphonie Nr. 4 a-Moll, op. 61 von Mieczyslaw Weinberg. Der Komponist wurde von bösen Zungen „kleiner Schostakowitsch“ genannt, aber sein Werk ist vollkommen originell und von sehr großem Reichtum. Die Symphonie in drei Sätzen hat eine derart wilde ekstatische Schönheit zu vermitteln, so dass man nie weiß was als nächstes kommen wird. Man denkt unweigerlich an Schostakowitsch, Gustav Mahler (1860-1911) und vielleicht auch an Anton Bruckner (1824-1896), aber es ist einfach nur die Musiksprache von Weinberg: Chaotische teilweise angsterfüllende Töne von emotionalen Ausdruck wechseln mit leisen sensiblen Melodie-Intervallen, um dann in ein Flöten-Solo mit Stadtpfeifer-Allüren zu enden oder ein Blechbläser-Solo mit Trompetenverstärkung, um die durch die Stadt marschierende Soldaten zu markieren. Dann wieder ein sentimentales Geigen-Solo in jiddischer Schtetl-Atmosphäre zum Weinen! Frohsinn und Schmerzen sind nebeneinander, Leben und Tod geben sich einander die Hand. An jeder Ecke dieses unermesslichen Ton-Labyrinths sind versteckte Überraschungen und unerwartete Schönheiten zu entdecken. Eine nostalgische Entdeckungsreise für Liebhaber versunkener Melodien und vergessener Lebensweisen. Übrigens das Orchester mit seinem Dirigenten war nicht wiederzuerkennen, es war eine hinreißende musikalische  Darbietung! Man könnte es sich nicht besser vorstellen!

Zum Abschluss wurde das zu den Meisterwerken der Oratorien-Literatur zählende Stabat Mater, op. 53 von Karol Szymanowski gebracht. Dieses Werk sollte laut dem Komponisten ein naives Bauern-Requiem sein und tief verwurzelt in der ländlichen Religiosität Polens. Der Text des Stabat Mater wird daher anstelle des Originals von Jacopone da Todi (etwa 1230-1306) in der polnischen Übersetzung des Dichters, Schriftstellers, Übersetzers und Journalisten Jozef Jankowski (1865-1935) sein. Szymanowski entdeckte den Dichter zehn Jahre zuvor und erklärte: „Der Poet, dank der außerordentlichen primitiven, fast „populären“ Einfachheit und Naivität seiner Übersetzung, ist es bemerkenswert gelungen, den eher klassischen lateinischen Charakter des Originals nicht wiederzugeben. (…) Jedoch in seinem polnischen Gewand hat die ewige und naive Hymne für mich ihre spezifische Spontaneität zurückgewonnen, sie ist zu einem Bild geworden, gemalt mit Farben, die ich gut kenne und verstehe, anders als das archaische Original, das nichts ist als nur eine unvollendete Zeichnung.“

Von musikalischer Sicht beginnt das Werk nicht mit einer östlichen polnischen Färbung, sondern man fühlt und hört das sonnendurchglühte Flimmern südlicher oder afrikanischer Küsten. Das verwundert uns überhaupt nicht, denn die seit seiner frühen Kindheit schwärmerische Bewunderung für alles Südliche und Orientalische erhält ihn bis zum letzten Atemzug am Leben. Die zweite Ebene mit slawischer Mentalität, Ernsthaftigkeit und seelentiefen Empfindungen wird mit der südlichen harmonisch verflochten und es wird eine religiöse Magma mit unorthodoxen und freien Lebens-Idealen. Es ist eine philosophische und patriotische Befreiung des Geistes und der Seele!

Auch hier haben die Münchner Symphoniker bewunderungswerte Momente mit ihrem Dirigenten erspielt. Desgleichen der European Festival Choir und die Mitglieder des Münchner Bachchor, die mit grosser religiöser Freizügigkeit im Sinne des Komponisten Glauben ohne Dogmen mit schöner und empfindsamer Musik interpretierten. Die kroatische Sopranistin Evelin Novak, Ensemblemitglied der Deutschen Staatsoper Berlin, sang mit strahlender Stimme die himmlischen Engelstöne mit schier unerschöpflichen Reserven. Die deutsche Mezzo-Sopranistin Christa Mayer beweist mit ihrer satten reifen Stimme, das Himmelsgeschöpfe nicht immer jubilieren müssen, sondern auch eine seelentiefe profunde dunkle Interpretation zeigt den Weg zum Göttlichen… Der wotangewohnte polnische Bass-Bariton Tomasz Konieczny hatte schöne Momente in seinen tiefen Registern. Aber in den Zwischentönen… In dieser verzwickten Mittellage klingt es nicht immer schön! Wir hoffen, dass es nur eine vorrübergehende Müdigkeitserscheinung ist.

Dieses festliche Konzert brachte uns eine große Kultur- und Nachbar-Nation etwas näher und wir entdeckten mit viel Erstaunen fast nur unbekannte ergreifende Werke. Außerdem erkannten wir den großen Künstler-Patriotismus dieses Landes an Hand von vier talentierten und mutigen Musikern. Kunst und Politik ist nicht zu trennen, ob man will oder nicht!

Anmerkung:

Vom 25. März bis 7. August 2022 kann man eine außergewöhnliche Ausstellung in der Kunsthalle München erleben:     STILLE REBELLEN   –  Polnischer Symbolismus um 1900, link HIER!

Ein umfangreicher farbiger Ausstellungskatalog ist zum Preise von 35 Euros zu erhalten. IOCO wird darüber berichten!  (PMP/05.06.2022)

—| IOCO Kritik Herkulessaal München |—

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