New York, Metropolitan Opera, Der unaufhaltsame Aufstieg des Fabio Luisi, von Graz nach New York


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Metropolitan und City Opera / New York © IOCO
Metropolitan und City Opera / New York © IOCO

Metropolitan Opera

Fabio Luisi:   Maestro der Metropolitan Opera?

Noch im Februar 2010 kündigte ein völlig frustrierter Fabio Luisi fristlos seinen bis 2012 laufenden Vertrag mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Voran gegangen waren unwürdige Auseinandersetzungen um das Dirigat des  ZDF – Neujahrskonzert 2010. Der in München wegen überzogener Forderungen gefeuerte Christian Thielemann usurpierte mit fragwürdigen Mitteln  egoistisch, wenn nicht unlauter dieses medienwirksame Konzert für sich. Vorbei an Fabio Luisi, dem damals noch zuständigen Generalmusikdirektor der Sächsischen Staatskapelle Dresden.  Luisi resignierte in Dresden. Thielemann und sein Wirken: In München gescheitert, in Dresden erfolgreich.

 Metropolitan und City Opera / New York © IOCO
Metropolitan und City Opera / New York © IOCO

Schon Mitte 2011 strahlt Fabio Luisi´s Stern heller denn je zuvor. Ab 2012 ist Fabio Luisi vertraglich für fünf Jahre als Generalmusikdirektor an das Opernhaus Zürich gebunden.  Ob er sich dort als GMD dauerhaft wohl fühlt darf nicht als gesichert gelten. Denn: Mit ihm kommt aus Berlin Andreas Homoki als neuer Intendant nach Zürich. Der Walter-Felsenstein-Jünger Homoki hinterläßt an der Komischen Oper Berlin wenig Spuren. Sein übereifrig verfolgtes “modernes Regietheater” verfing beim Publikum nicht, die Auslastung  der Komischen Oper Berlin dümpelte beständig bei 65%. Sein ex-GMD-Kollege Carl St. Clair hatte 2010 die Zusammenarbeit mit Homoki “aus künstlerischen Gründen” fristlos beendet. St. Clairs Interimsnachfolger Patrick Lange verspürt ebenfalls keine Lust, unter Homoki an der Komischen Oper zu dirigieren. Fabio Luisi motiviert und erfolgreich unter Regieapostel Andreas Homoki in Zürich?  Es bleiben erhebliche Zweifel. Auch wenn sich beide lange kennen und – öffentlich – lieb reden. Zweifel bleiben erst Recht, seit das Werben der Metropolitan Opera, New York um Luisi  zunehmend öffentlich und lauter ausgetragen wird.  Bereits 2010 wurde Fabio Luisi zum Principal Guest Director (NB: Erster Dirigent hinter MET – Musikdirektor James Levine) bestellt. Seine Funktion:  Neben Levine die MET  strategisch und künstlerisch ausbauen.

Bekannt ist seit langem, dass MET – Musikdirektor James Levine mit schweren gesundheitlichen Problemen kämpft. Auch wenn Levine Dirigate immer noch, fast  reflexhaft bejubelt werden, hinter den MET-Vorhängen wird längst über Levine´s  Nachfolger sinniert. Direktor der Metropolitan Opera, Peter Gelb, hält sich zu Spekulationen bedeckt: Levine sei großer Dirigent, Genie, Levine entscheide selbst wie lange….  Wenn da nicht auch das Großunternehmen MET wäre, welches Halbheiten in zentralen Führungsfragen nicht dulden kann. Peter Gelb muß zuvorderst seiner unternehmerischen Verantwortung für die Metropolitan Opera und ihren 850.000 Besucher im Jahr gerecht werden.  Gelb kennt Fabio Luisi seit vielen Jahren: “Ich schätze ihn, das Orchester schätzt ihn”. Typisch für die Öffentlichkeit bestimmt klingt Gelb´s farblose Erklärung:  “Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt”, aber “Luisi soll an der MET eine wichtige Rolle spielen”. Wer Peter Gelb kennt: Gelb weiß sehr genau was die Zukunft bringt.  Unausgesprochen deutlich: Levine´s Rolle an der MET wird neu definiert, Luisi wird mehr Verantwortung an der MET übernehmen. Für Londoner Buchmacher dürfte der Fall entschieden sein.

Luisi´s Frau übrigens, Fotografin,  zieht bereits nach New York um. Luisi erklärt dies mit ihrem Beruf und dem New Yorker Fotografen – Netzwerk. Wie es auch sei: 1983 begann Luisi seine Karriere als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung an der Grazer Oper, 1984  debutierte Fabio Luisi dort mit Viva la Mamma von Gaetano Donizetti.  Nun führt sein Weg über  Zürich vermutlich an die größte Oper der Welt, an die MET  nach New York. Die wunderbare Karriere des Fabio Luisi, geboren 1959,  als Sohn eines genuesischen Lokomotivführers.  Thielemann und die Ereignisse Dresden bleiben nur abgeschmackte Fußnote.

IOCO / VJ / 82011

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