Nürnberg, Staatstheater Nürnberg, Trauer um Wulf Konold, 24.06.2010

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Staatstheater Nürnberg

 Staatstheater Nürnberg trauert um Wulf Konold

Am 24.6.2010  ist Prof. Dr. Wulf Konold, der Intendant des Nürnberger Theaters von 1996 bis 2008, nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Sein Tod bedeutet für die Stiftung Staatstheater Nürnberg einen großen Verlust. In den zwölf Jahren seiner Intendanz hat er das Theaterleben Nürnbergs geprägt und gestaltet und entscheidend dazu beigetra-gen, dass das Nürnberger Theater in den Rang eines Staatstheaters erhoben wurde.
1946 in Langenau bei Ulm geboren, studierte er Musikwissenschaft, Germanistik und Ge-schichte in Kiel, wo er auch promoviert wurde, außerdem Viola, Komposition und Dirigieren in Lübeck. 1975 wurde er Leiter der Abteilung Ernste Musik beim Saarländischen Rundfunk. Von 1978 bis 1981 war Konold – noch unter Generalmusikdirektor Hans Gierster – Chef-dramaturg des Musiktheaters in Nürnberg. An der Erstaufführung von Alexander von Zemlinskys Oper “Der Traumgörge” war er maßgeblich beteiligt.
Von 1982 bis 1987 war Wulf Konold Dramaturg und Künstlerischer Berater an der Niedersächsischen Staatsoper Hannover. Seinen guten Ruf begründeten nicht zuletzt die wissen-schaftlichen Publikationen, die sein Theaterschaffen stets begleiteten. Sein in Zusammen-arbeit mit Rudolf Kloiber und Robert Maschka entstandenes “Handbuch der Oper” wurde zu einem Standardwerk. Von 1988 bis 1996 war Konold Chefdramaturg der Hamburgischen Staatsoper unter der Intendanz von Gerd Albrecht und Peter Ruzicka und hat einen herausragenden Beitrag zu dieser bedeutenden Ära geleistet.

1996 wurde Konold Generalintendant und Operndirektor des Theater Nürnberg, das 2003 zum Staatstheater ernannt wurde. Konold sorgte für eine systematische Erweiterung des Repertoires und bekam mit dem jungen Dirigenten Philippe Auguin einen profilierten künst-lerischen Partner zur Seite. Konold baute ein junges Sängerensemble auf, aus dem so bekannte Sänger wie Gerhard Siegel, Marina Prudenskaya und Nikolai Schukoff hervorgingen, engagierte zahlreiche junge Regieteams, aber auch erfahrene Regisseure wie Hansgünther Heyme. Mit der Verpflichtung von Klaus Kusenberg als Schauspieldirektor und Daniela Kurz als Direktorin des Tanztheaters sorgte Konold für eine entschiedene Neupositionierung der Schauspiel- und der Tanzsparte.

Internationale Koproduktionen, etwa mit den Opernhäusern in Linz und Oslo und den Salzburger Festspielen, machten das Nürnberger Theater unter Wulf Konolds Intendanz weithin bekannt. Einen Markstein in der Geschichte der Nürnberger Oper stellte die Tournee nach Peking im Herbst 2005 dar, bei der Wagners Tetralogie “Der Ring des Nibelungen” erstmals vollständig in China gezeigt wurde. Weitere Gastspiele, etwa zum Hongkong Arts Festival oder in die Nürnberger Partnerstadt Shenzhen, schlossen sich an. Insbesondere um die Zeitgenössische Musik machte sich Konold verdient, zahlreiche Uraufführungen bezeugen dies – stellvertretend seien Luca Lombardis “Prospero”, Wilfried Hillers “Wolkenstein” und Karola Obermüllers “Dunkelrot” genannt.

Von 2005 bis 2009 hatte Konold die Intendanz der Ludwigsburger Festspiele inne. Neben seiner theaterpraktischen Arbeit übte Wulf Konold auch etliche Lehrtätigkeiten aus. 2001 wurde er zum Honorarprofessor an der Musikhochschule Nürnberg ernannt, außerdem war er Honorarprofessor an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Wulf Konold hinterlässt zwei Söhne aus erster und eine Tochter aus zweiter Ehe. PM StN 26.6.2010

—| Pressemeldung Staatstheater Nürnberg |—

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