Pforzheim, Theater Pforzheim, Premiere der Oper Endstation Sehnsucht, 10.02.2018

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Theater Pforzheim

Theater Pforzheim © Sabine Haymann
Theater Pforzheim © Sabine Haymann

Ein intensives Wechselbad der Gefühle

Premiere der Oper „Endstation Sehnsucht“ von André Previn

Premiere am Samstag, 10. Februar um 19.30 Uhr im Großen Haus

Pforzheim. In Pforzheim feierte am 17. März 1950 ein Schauspiel seine deutsche Erstaufführung, das in Amerika drei Jahre zuvor den Schauspieler Marlon Brando als Stanley Kowalski schlagartig berühmt gemacht hatte: Tennessee Williams Drama „A Streetcar Named Desire“ – „Endstation Sehnsucht“. Ab 10. Februar ist die packende Geschichte erstmals als Oper auf der Bühne des Großen Hauses zu erleben. Stamatia Gerothanasi gibt ihr Rollendebut als Blanche DuBois und Paul Jadach als Stanley Kowalski.

Blanche DuBois verliert ihre Angehörigen, das großzügige Familienanwesen und ihren Job als Lehrerin. Sie zieht deshalb kurzfristig bei ihrer jüngeren Schwester Stella in New Orleans ein. In einer kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung nahe einer Bahnlinie lebt Stella mit ihrem polnisch-stämmigen Mann Stanley Kowalski. Dessen animalische Ausstrahlung zieht Blanche gleichermaßen an wie sie seine derbe Art abstößt. Sie reizt ihn mit der Herablassung einer Dame mit französischen Vorfahren und er antwortet mit direkter Provokation. In den beengten Verhältnissen gelingt es Blanche immer weniger, ihre perfekte Fassade aufrecht zu halten und zu behaupten, dass es ihr gut geht. Sie flüchtet sich in Fantasien und Alkohol. Als sie sich in Stanleys Kollegen Mitch verliebt, scheint ein Ausweg möglich. Doch ihre Vergangenheit holt sie unerbittlich ein …

Die Oper „Endstation Sehnsucht“ entstand 1998 für die San Francisco Opera nach Tennessee Williams‘ preisgekröntem Text (Libretto von Philipp Littell). Der Komponist, Dirigent, und Jazzpianist André Previn, 1929 in Berlin als Andreas Ludwig Priwin geboren, erhielt den Auftrag. Für seine Filmmusiken erhielt er viermal den Oscar, darunter für „My fair Lady“, „Porgy und Bess“ und „Gigi“. Die Hauptrolle schrieb er für die weltweit gefeierte Sopranistin Renée Fleming. Die Uraufführung wurde ein großer Erfolg und das Stück gehört seither zu den meistgespielten zeitgenössischen Opern überhaupt. Die Musik ist schonungslos und faszinierend zugleich, denn Previns Komposition ist geprägt durch sein Schaffen als Filmkomponist sowie seiner Liebe zu Jazz und Blues. Die starken Gefühle und psychologischen Abgründe der Figuren eröffnen sich durch die Musik mit voller Intensität. Eine hochspannende Sozialstudie!

Der Regisseur Tobias Materna inszenierte in der letzten Spielzeit sehr erfolgreich „Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauß. Er hat neben Operette und Oper auch schon mehrfach im Schauspiel gearbeitet. Mit psychologischem Feingefühl für Realismus und die Vielschichtigkeit der Figuren leitet er die Sängerinnen und Sänger in „Endstation Sehnsucht“ an. Mit der Ausstatterin Martina Stoian bleibt die Oper in ihrem historischen Kontext der 50er Jahre. Bei den Frauen ist der Petticoat der neueste Schrei, nachdem man in den 40ern noch enge Bleistiftkostüme trug. Für das Bühnenbild werden zwei Zimmer stilecht mit 50er Jahre-Möbeln eingerichtet. Die Oper wird in Pforzheim in der deutschen Übersetzung von Bettina Bartz und Werner Hinze gesungen und deutsch übertitelt. So werden Alltagskonversation und emotionale Ausnahmemomente direkt verständlich.


 „Endstation Sehnsucht“

Oper von André Previn
Libretto von Philip Littell
Nach dem Schauspiel „A Streetcar Named Desire“ von Tennessee Williams
Deutsche Textfassung von Bettina Bartz und Werner Hintze

Mit Dorothee Böhnisch, Stamatia Gerothanasi, Paul Jadach, Danielle Rohr, Natasha Sallès, Philipp Werner, Gabriela Zamfirescu und Nando Zickgraf
Badische Philharmonie Pforzheim

Musikalische Leitung Tobias Leppert
Inszenierung Tobias Materna
Bühne und Kostüme Martina Stoian

(R)Einblicke – Die öffentliche Probe am Samstag, 3. Februar um 11.30 Uhr im Großen Haus Hubers Opernführer am Sonntag, 4. Februar um 11 Uhr im Foyer

Premiere am Samstag, 10. Februar um 19.30 Uhr im Großen Haus des Theaters Pforzheim mit Einführung um 19.10 Uhr im Foyer

Weitere Vorstellungen am Mi, 14. und Fr, 23. Februar sowie an vielen weiteren Terminen im Laufe der Spielzeit, jeweils mit Einführung 20 Minuten vor der Vorstellung

—| Pressemeldung Theater Pforzheim |—

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