Pforzheim, Theater Pforzheim, Premiere Die Hochzeit des Figaro von Amadeus Mozart, 29.10.2016

Theater Pforzheim

Stadttheater Pforzheim © Stadttheater Pforzheim
Stadttheater Pforzheim © Stadttheater Pforzheim

Schillernd, boulevardesk und bravourös

  Die Hochzeit des Figaro von Wolfgang Amadeus Mozart

 Premiere am Samstag, 29. Oktober um 19.30 Uhr, Weitere Vorstellungen Di, 1.11, Do, 10.11, So, 20.11 und Sa, 26. November 2016, sowie an weiteren Terminen, Einführung 20 Minuten vor der Vorstellung

Pforzheim / Stadttheater_Die Hochzeit des Figaro © Sabine Haymann
Pforzheim / Stadttheater_Die Hochzeit des Figaro © Sabine Haymann

Im Schloss des Grafen Almaviva, Aguasfrescas bei Sevilla, um 1780: Es ist wahrlich ein verrückter Tag: Figaro und Susanna sind mitten in den Hochzeitsvorbereitungen, und alles könnte so schön sein, wäre da nicht der Graf. Er hat ein lüsternes Auge auf Susanna geworfen, macht ihr eindeutige Avancen und pocht dabei auf das alte Herrenrecht auf die erste Nacht. Allerdings kommt ihm seine Gattin – die Gräfin – auf die Schliche. Ihre Ehe ist zwar ein bisschen eingeschlafen, doch möchte sie ihn nicht so einfach aufgeben. Da Susanna aber nicht einmal im Traum daran denkt, sich vom Grafen verführen zu lassen, schmieden die beiden Damen einen Komplott. Ob ihr Plan gelingt, ist anfangs sehr fraglich, da noch weitere Figuren an dieser und an anderen Intrigen mitspinnen: ein dauerverliebter Page, der jedem Rockzipfel hinterherhechelt, ein wortgewandter Rechtsverdreher, der mit Figaro noch eine alte Rechnung offen hat, ein vertratschter Hausdrachen und ein intriganter Musiklehrer …

Figaros Hochzeit zählt zu den schönsten Werken, die Mozart je komponierte und gilt seit seiner Uraufführung im Jahr 1786 als Dauerbrenner. Vier Jahre nach seiner letzten abendfüllenden Oper Die Entführung aus dem Serail stellt Die Hochzeit des Figaro eine komische Oper – eine Opera buffa dar. Sowohl die Handlung als auch die Musik leben von subtilem Humor und psychologischen Scharfblick. Zahlreiche Arien wechseln sich mit Ensemble-Nummern ab und werden verbunden durch Secco-Rezitative. Mozarts Musik erklingt mit einer bis dahin unerhörten Vielschichtigkeit des Orchester- und Stimmsatzes. Die schillernden Ensembleszenen voller Situationskomik changieren mit virtuosen Arien. Dabei offenbaren sie einen tiefen Blick in das Innenleben der Figuren: Es werden Intrigen für und gegen die Hochzeit gesponnen, Kleider und Menschen getauscht, versteckt, überlistet und belogen – kurzum alle menschlichen Unzulänglichkeiten mit einem Augenzwinkern entlarvt.

 Pforzheim / Stadttheater_Die Hochzeit des Figaro2 © Sabine Haymann
Pforzheim / Stadttheater_Die Hochzeit des Figaro2 © Sabine Haymann

Eigentlich kann man Mozarts Oper Die Hochzeit des Figaro als ‚musikalische Komödie‘ bezeichnen. Die künstlerische Direktorin und Regisseurin Caroline Stolz sagt über ihre Inszenierung: „Mich interessiert die wunderbare Kombination von Melancholie und Witz in diesem Stück. Diese Mischung ist ein Charakteristikum aller guten Komödien: Die Figuren dürfen in keinem Augenblick wissen, dass das, was sie tun, komisch ist. Eine wirklich gute Komödie entsteht, wenn die Situationen für die Figuren beängstigend und gefährlich sind und sich auf eine komische Weise entwickeln. Hinzu kommen technische Herausforderungen, die insbesondere den »Figaro« zu einer inszenatorischen Herausforderung machen. Wie ich finde, war Mozart ein genialer Komiker. Seine Musik sprüht in nahezu jedem Takt vor Witz. Ich verehre diese Oper sehr!“

Und Ausstatter Jan Hendrik Neidert ergänzt: „Das Bühnenbild steht ganz im Zeichen eines Objektes – dem Fächer. Dieses jahrtausendealte Requisit erfreute sich auch in Andalusien und den europäischen Höfen größter Beliebtheit. Neben der reinen Funktion, dem Nutzer in der Hitze Kühle zuzuwedeln, assoziiert es Verführungskraft und Koketterie und wurde in der Gesellschaft zum Statussymbol der Weiblichkeit. Gerade in Mozarts Epoche erhielt der Fächer eine brisante Rolle, in dem eine geheime Fächersprache in der Hofgesellschaft Einzug hielt. Codiert wurden nonverbale Signale durch Haltung und Bewegung gesendet, vor allem das Liebesspiel betreffend. Die semitransparente Eigenart des Fächers spiegelt Inhalte wie „Sehen und Gesehen werden“ und das Versteckspiel wider, das die Handlung unterstützt. Alle Räume in der Pforzheimer Inszenierung werden durch große überdimensionale Fächer gebildet. Mit weißer Spitze bespannt, bilden sich die Räume in einem Reigen des Schließens und Entfaltens.“

Karten gibt es ab 16,80 Euro (ermäßigt 8,40 Euro) an der Theaterkasse am Waisenhausplatz unter Tel. 0 72 31/39-24 40, im Kartenbüro in den Schmuckwelten und auf www.theater-pforzheim.de

Mit Paul Jadach, Silvia Micu, Franziska Tiedtke, Cornelius Burger, Danielle Rohr, Manuela Wagner/Gabriela Zamfirescu, Aleksandar Stefanoski, Johannes Strauß, Elisandra Melián und Spencer Mason,  Badische Philharmonie Pforzheim, Chor des Theaters Pforzheim

Musikalische Leitung  Mino Marani, Inszenierung  Caroline Stolz,

Premiere am Samstag, 29. Oktober um 19.30 Uhr, Weitere Vorstellungen am Di, 1.11, Do, 10.11, So, 20.11 und Sa, 26. November 2016, sowie an weiteren Terminen, Einführung 20 Minuten vor der Vorstellung. 

—| Pressemeldung Theater Pforzheim |—

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