Wien, Volksoper Wien, Kammersänger Heinz Holecek verstorben, 13.04.2012

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Volksoper Wien

Volksoper Wien © IOCO
Volksoper Wien © IOCO

Kammersänger Heinz Holecek verstorben

Wien / Volksoper Wien_Heinz Holecek Foto Volksoper WienKammersänger Heinz Holecek ist heute in der Früh an seinem 74. Geburtstag nach langer schwerer Krankheit in Wien verstorben.

Heinz Holecek wurde am 13. April 1938 in Wien geboren. Seine Gesangsausbildung erhielt er bei Elisabeth Radó an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien. Am 16. Dezember 1960 gab der 22-jährige Künstler an der Volksoper sein sensationelles Debüt als Papageno in der Premiere von Die Zauberflöte (Regie: Otto Fritz). Diese Partie sollte ihn noch ein Vierteljahrhundert lang begleiten: Er sang sie 97-mal an der Volksoper und 116-mal an der Staatsoper, an der er am 16. Jänner 1962 – ebenfalls als Papageno – debütiert hatte. 1961 folgte an der Volksoper die Premiere von Gian Carlo Menottis Einakter Die Jungfer und der Dieb, in dem der junge Bassbariton an der Seite von Olive Moorefield den Bob sang. 1963 kam der Titelpartie in Gianni Schicchi in der Regie von Otto Schenk eine weitere Traumpartie hinzu. Im selben Jahr folgte auch der Lord Tristan in der Premiere von Martha. Haydns Oper Das brennende Haus, in der er ab 1965 den Hanswurst sang, nahm für den Künstler einen besonderen Stellenwert ein. Renate Holm als Colombine war hier – wie bereits in „Die Zauberflöte“ – seine Bühnenpartnerin. Ebenfalls 1965 folgte der Ramiro in Ravels Einakter „Die spanische Stunde“ in der Regie von Otto Schenk. Während seines Engagements an der Volksoper trat KS Heinz Holecek auch zusätzlich an der Wiener Staatsoper auf. Ab 1967 wurde er schließlich an das Haus am Ring, dem er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1998 künstlerisch angehörte, vertraglich verpflichtet. An der Wiener Staatsoper zählten neben dem bereits erwähnten Papageno der Masetto und Leporello in Don Giovanni, Figaro in „Le nozze di Figaro“, Bartolo in „Il barbiere di Siviglia“, Schaunard in „La Bohème“ sowie Dr. Falke und Frank in Die Fledermaus zu seinen wichtigsten Partien. Doch auch der Volksoper blieb KS Heinz Holecek künstlerisch verbunden: 1967 als Moruccio in Tiefland und Dr. Falke in „Die Fledermaus“, 1977 als Homonay in der Neuinszenierung des „Zigeunerbaron“ von Heinz Marecek. 1990 folgte der Lothar in „Ein Walzertraum“, 1991 der Kagler in „Wiener Blut“ sowie der Jack in „Kiss me, Kate“. Im Jahr 2000 kam mit dem Doolittle in „My Fair Lady“ eine weitere Hauptpartie hinzu.

Zuletzt trat KS Heinz Holecek an der Volksoper Wien am 8. April 2011 anlässlich einer Festvorstellung zu seinem 50-jährigen Bühnenjubiläum als Frosch in Die Fledermaus auf. Auch abseits der Bühne war der beliebte Künstler durch seine zahlreichen TV-Sendungen, Parodien, Wienerlied- und Leseabende und seinen Einsatz für den Tierschutz bekannt.

Robert Meyer zum Tod von KS Heinz Holecek: Mit Kammersänger Heinz Holecek verliert die Volksoper und die Musikwelt einen Ihrer größten Lieblinge der letzten Jahrzehnte, einen Giganten unseres Ensembles, der sich mit unzähligen Rollen beginnend vom Papageno bis zum Frosch in die Herzen des Publikums gespielt hat. Die Volksoper trauert um ihren lieben Honzo. Er wird uns unvergessen bleiben.“  PMVOW /

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