Wien, Volksoper Wien, Operettenfürst Robert Herzl gestorben, IOCO Aktuell, 25.11.2014

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Volksoper Wien

Volksoper Wien bei Nacht © IOCO
Volksoper Wien bei Nacht © IOCO

Operettenfürst Prof. Dr. Robert Herzl verstorben

Viele Menschen in und um Wien trauern um Prof. Dr. Robert Herzl, welcher am 25. November 2014 mit 75 Jahren verstorben ist. Robert Herzl hatte über Jahrzehnte das Genre Operette an der Volksoper Wien, am Stadttheater Baden, der Seefestspiele Mörbisch und anderswo geprägt.

Volksoperndirektor Robert Meyer: „Robert Herzl hat fast 30 Jahre lang das Gesicht der Volksoper mitgeprägt und war eine unschätzbare Stütze für die jeweilige Direktion. Als Oberspielleiter hat er an der Volksoper von 1973 bis 2000 unglaubliche 47 Inszenierungen gestaltet. Ihm verdankt das Genre Operette unglaublich viel. Seine Liebe und sein Enthusiasmus für das Theater und für die Volksoper sind für ihn immer an erster Stelle gestanden.“

Das Stadttheater Baden bei Wien, deren künstlerischer Leiter Robert Herzl von 2005 bis 2014 war, würdigt ihn als DEN Operetten-Experten schlechthin:Herzl hat die Bühne Baden im letzten Jahrzehnt nachhaltig künstlerisch geprägt. Er war DER Operetten-Experte schlechthin, der das so oft totgesagte Genre lebendig, attraktiv und zeitgemäß gehalten hat. Wir verlieren mit ihm einen lieben Freund und wertvollen Menschen, einen herausragenden künstlerischen Mentor, der seine Begeisterung und Liebe zum Musiktheater seinem Publikum stets aufs Neue vermitteln konnte.“

Stadttheater Baden / Robert Herzl © Margarethen
Stadttheater Baden / Robert Herzl © Margarethen

1972 wurde Herzl an die Volksoper Wien engagiert, zunächst als Regieassistent und Abendspielleiter, avancierte er schnell zum Oberspielleiter und schließlich zum Vizedirektor.  Ab 1974 inszenierte Robert Herzl regelmäßig an der Volksoper Operette, Musical und Oper. Im Laufe der Jahre setzte er hier 47 Werke in Szene, u. a. „Der Vogelhändler“ (1974), „Der Fremdenführer“ (1978), „Gasparone“ (1980), „Die ungarische Hochzeit“ (1981), „Wiener Blut“ (1982), „Die Csárdásfürstin“ (1982), die Österreichische Erstaufführung von Hans Werner Henzes Kinderoper „Pollicino“ (1983), „Der Bettelstudent“ (1983), „Hello, Dolly!“ (1984), „Orpheus in der Unterwelt“ (1985), Alexander Zemlinskys „Kleider machen Leute“ (1985), „Der Opernball“ (1985), „Madame Pompadour“ (1986), „Der Mantel“/„Gianni Schicchi“ (1986), die Österreichische. Erstaufführung von Siegfried Matthus‘ „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ (1987), „Mignon“ (1988), „Der Zigeunerbaron“ (1989), die Uraufführung von Marcel Prawys Revue „Robert Stolz – Servus Du“ (1992), „Im weißen Rössl“ (1993), „Die lustigen Weiber von Windsor“ (1994), „Don Pasquale“ (1996), „Der fidele Bauer“ (1997) und „Die Fledermaus“ (1999).

Stadttheater Baden bei Wien © IOCO
Stadttheater Baden bei Wien © IOCO

 Als Regisseur arbeitete Herzl  für die Bregenzer Festspiele, die Wiener Festwochen, den Wiener Musiksommer, die Wiener Kammeroper, die Festspiele im Römersteinbruch St. Margarethen und für zahlreiche Theater im In- und Ausland. Von 1984 bis 1989 war er künstlerischer Leiter der Seefestspiele Mörbisch. 1985 wurde er mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft 1. Klasse ausgezeichnet, 1986 mit dem Großen Ehrenzeichen des Landes Burgenland, 1992 mit dem Berufstitel Professor, 1993 mit dem Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien. 1998 wurde er Ehrenmitglied der Volksoper Wien.

Robert Herzl wurde am 30. April in Graz geboren und hatte zunächst in Wien in Handelswissenschaften promoviert bevor er am Max-Reinhardt-Seminar in Wien Regie und Schauspiel studierte und sich später an Konservatorium der Stadt Wien sogar noch zum Sänger ausbildete. Kurze Zeit später debütierte er als Don Alfonso in Così fan tutte im Redoutensaal der Wiener Hofburg. Im selben Jahr führte ihn das erste feste Engagement an das Stadttheater St. Gallen, wo er drei Jahre als Schauspieler, Sänger und Regisseur tätig war.  Am 25. November 2014 verstarb Prof. Dr. Robert Herzl mit 75 Jahren nach langer schwerer Krankheit.

IOCO / Volksoper / Stadttheater Baden / 29.11.2014

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