Wien, Wiener Staatsoper, Philharmoniker und Staatsoper – Kooperation mit Befindlichkeiten, IOCO Aktuell, 15.02.2011


Aktuell 

 

 Wien / Musikverein Spielstaette der Wiener Philharmoniker © IOCO
Wien / Musikverein Spielstaette der Wiener Philharmoniker © IOCO

Wiener Staatsoper

Dominique Meyer und Clemens Hellsberg proben Partnerschaft

Die Wiener Philharmoniker und das Orchester der Wiener Staatsoper sind wie siamesische Zwillinge. Durch glückliche oder gewollte Umstände unverrückbar miteinander verkettet.  Die Staatsoper und ihr Orchester sind  Garant finanzieller Stabilität für  die Wiener Philharmoniker.  So verlangt die Aufnahme bei den Wiener Philharmonikern eine vorangegangene dreijährige Mitgliedschaft im Orchester der Staatsoper. Und doch kämpfen beide Klangkörper nach außen um individuelle musikalische  Handschriften:  Zu guter Kooperation verdammt.

Wien / Dominique Meyer (Mitte) © IOCO
Wien / Dominique Meyer (Mitte) © IOCO

Im Teesalon der Wiener Staatsoper stellten am 15.2.2011  Dominique Meyer, Direktor der Wiener Staatsoper und Prof. (Berufstitel) Dr.  Clemes Hellsberg, Primgeiger und Vorstand der Wiener Philharmoniker  vor, wie sie sich die Kooperation für den kommenden Opernball und die  Spielpläne 2011 vorstellen. Man war  einvernehmlich. Hellsberg betonte die Eigenständigkeit seiner Wiener Philharmoniker unnötig auffällig.   Meyer schwieg dazu. Wahre Einvernehmlichkeit klingt a bisserl anders.

Hellsberg und Meyer  sprachen also ausführlich über gute Zusammenarbeit und betonten, dass die Koordination der beiden Klangkörper professionell , langfristig und frühzeitig erfolge.  Denn die Philharmoniker, so Hellsberg,  würden ja nicht nur in der Staatsoper spielen, sondern gäben daneben bis zu 100 Konzerte in Wien und weltweit. Weiter seien über 100 Orchesterproben vorgesehen. Im Jahre 2014 spielen die Philharmoniker zum 25. Mal in New York in der Carnegie Hall.  Anlässlich dieses Jubiläums würden neben Konzerten auch 3 Opern konzertant aufgeführt.

Auch verkündete Herr Hellsberg, wenig überraschend, dass bei der Eröffnung des Opernballes am 3.3.2011 die Philharmoniker erstmalig unter Franz Welser-Möst spielen werden. Man war sichtlich um die Aufwertung des Opernballes bemüht, den die Boulevardpresse bevorzugt mit unmusikalisch schrillen Beiträgen, wie über “Mörtel”  Lugner und seine wenig herrschaftlichen Logengäste, auch Logenluder betitelt, ausschlachtet.  Ein neues Buch über die Wiener Philharmoniker, Titel  “Passion”, stellte die Leiterin des Opernballes, Frau D. Treichl-Stürgkh, vor. Das Werk wird am Abend des Opernball als Herrenspende verteilt.

Am Tag nach dem Opernball werden zwei Vorstellungen von Zauberflöte für Kinder stattfinden (14.30 und 17.00 Uhr).  Meyer betonte,  an dieser Tradition festzuhalten. Eingeführt wurden die Zauberflöte für Kinder von  Vorgänger Ioan Holender. 3.500 Kinder werden die Vorstellungen besuchen. Musizieren werden die Philharmoniker auch hier,  erneut unter Welser-Möst. Hellsberg informierte über einen neuen Kammermusik-Cyclus, den die Wiener Philharmoniker zukünftig spielen werden. Zehn Konzerte, eines pro Monat  an einem Samstagvormittag, wird es zukünftig in der Wiener Staatsoper geben.

Die Kooperation von Wiener Philharmoniker und Orchester der Wiener Staatsoper: Eine großartige Konstruktion für zwei der besten Klangkörper der Welt: Geschaffen durch profane Zwänge des Geldes. Die Kooperation der Gegensätze.  IOCO / Viktor Jarosch / 19.02.2011


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