Wiesbaden, Hessisches Staatstheater, Premiere: LA TRAVIATA von Verdi, 06.03.2015

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Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold
Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Martin Kaufhold

Premiere: LA TRAVIATA

Giuseppe Verdi (1813-1901)
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Melodramma in drei Akten | Libretto: Francesco Maria Piave, nach »Die Kameliendame« von Alexandre Dumas d. J. | Uraufführung: 1853 in Venedig

Premiere am Freitag, dem 6. März, um 19.30 Uhr im Großen Haus

Mit der »trilogia populare« aus »Rigoletto«, »Il trovatore« und »La traviata« beginnt Verdis Regentschaft als König der italienischen Oper des 19. Jahrhunderts. Dabei stellte er Nerven und sittliches Empfinden seines Publikum auf eine harte Probe: nach einem buckligen Hofnarren und einer rachedurstigen Zigeunerin stand diesmal das glänzende Interieur der bürgerlichen Gesellschaft selbst auf der Bühne. Die Pariser Salons, das Landleben, die Bälle, aber auch die nächtlichen Hinterzimmer, die Doppelmoral, Krankheit und Tod. »Questo deserto Parigi», diese Wüste Paris, nennt die Hauptfigur Violetta die Stadt, die heute Illusionsziel der Verliebten aller Welt ist. Doch auch sie, die Edelprostituierte, die die Spiele der Männer spielt und ihre Sprüche und Versprechungen kennt, die gefragt ist als Statussymbol und Objekt der Begierde auf Zeit, diese erfahrene Frau, die ihr Herz in einem Safe verschlossen hat, entgeht nicht der Sehnsucht aller Menschen: der großen, einzigen Liebe. Die Landflucht des Liebespaars reicht nicht aus als Entfernung von der Realität. Nicht die Gefühle Alfreds, der sie schwärmerisch anbetet, sind es, die das Glück scheitern lassen, und nicht das fehlende Geld – es ist die Gesellschaft, die die Gefühle der Menschen entfremdet und gnadenlos ihren Gesetzen unterwirft. Violetta weiß das, und fügt sich den Forderungen von Alfreds Vater, diesem aus Rücksicht auf das Familienrenommee zu entsagen. Ihr Protest gegen diese Unmenschlichkeit geht nach innen, ist Selbstverletzung und Krankheit, ist der Tod als Fluchtweg.
Verdis Meisterwerk, heute oft verkannt als ausschließlich romantische Ausstattungsoper mit »schön tragisch« endender Liebesgeschichte, war zur Uraufführung skeptisch aufgenommen worden – und somit vom damaligen Publikum richtig gedeutet. Doch heute wie damals rührt »La traviata«, die »vom Weg Abgekommene«, mit Verdis Musik zwischen schwebenden, irisierenden Ouvertürenklängen, perlenden Koloraturen, berührender Wärme und schneidendem Schmerz an Herz und Gerechtigkeitsempfinden des Zuhörers, und das ist nicht nur berechtigt, sondern beabsichtigt!Premiere am Freitag, dem 6. März, um 19.30 Uhr im Großen Haus

Musikalische Leitung Zsolt Hamar Inszenierung Nicolas Brieger Bühne Raimund Bauer Kostüme Andrea Schmidt-Futterer Licht Andreas Frank Chor Albert Horne Dramaturgie Regine Palmai

BESETZUNG:
Violetta Valéry: Heather Engebretson (6., 8., 11., 14. März, 2. April) / Elif Aytekin (21., 25., 27. März, 5. April) / Olesya Golovneva (2. Mai) / Marina Rebeka (27. Mai*)
Alfredo Germont: Ioan Hotea / Dmytro Popov (27. Mai*)
Giorgio Germont: Alejandro Marco-Buhrmester (6., 8., 14. 21., 25., 27. März) / Pierluigi Dilengite (11. März, 2., 5. April) / George Petean (2. Mai*) / Zeljko Lucic (27. Mai*)
Flora Bervoix: Victoria Lambourn
Annina: Helena Köhne
Barone Douphol: Benjamin Russell
Marchese d’Obigny: Wolf Matthias Friedrich
Gastone: Aaron Cawley
Dottore Grenvil: Monte Jaffe
Bote: Slawomir Wielgus / Marek Markisz
Chor & Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Hessisches Staatsorchester Wiesbaden
* Internationale Maifestspiele

Pressemeldung Hessisches Staatstheater Wiesbaden

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