Wiesbaden, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, PREMIERE: La Calisto – Eine göttliche Affäre, 08.03.2014

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Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Kaufhold
Hessisches Staatstheater Wiesbaden © Kaufhold

La Calisto – Eine göttliche Affäre feiert Premiere

 
Oper von Francesco Cavalli
Libretto von Giovanni Faustini
Bearbeitung von Sébastien Rouland und Yvon Repérant
In italienischer Sprache mit Übertiteln
 
Premiere am Samstag, 8. März I 19.30 Uhr I Großes Haus
 
Schwerenöter Jupiter verliebt sich in Calisto und verwandelt sich in Diana, um die keusche Nymphe an ein schattiges Plätzchen zu locken: Um eine göttliche Affäre in der griechischen Götterwelt geht es in der Oper La Calisto von Francesco Cavalli, die am Samstag, 8. März in einer Inszenierung der jungen Regisseurin Teresa Reiber Premiere feiert. Die musikalische Leitung liegt beim Barock-Spezialisten Sébastien Rouland.
 
Die Quellen sind versiegt und die Natur darbt. Grund dafür sind wieder einmal die Gefühlswirren der griechischen Götterwelt. Als Göttervater Jupiter nach Arkadien kommt, um die Lage zu inspizieren, verliebt er sich in die Nymphe Calisto, die sich als keusche Jungfrau empört von ihm abwendet. Jupiter jedoch greift zu einer List: Er verwandelt sich in Diana und verführt Calisto mit zärtlichen Worten. Auch Endimione, der Diana heimlich liebt, geht dem Verwechslungsspiel Jupiters auf den Leim. Als dann noch der eifersüchtige Pan Diana nachstellt und die nicht weniger eifersüchtige Juno den Schwindel ihres Gatten Jupiter durchschaut, ist der Familienkrach vorprogrammiert.
 
Der Monteverdi-Schüler Francesco Cavalli schrieb die Verwandlungs- und Verkleidungsintrige an einem Wendepunkt in der frühen Operngeschichte: War die Oper bis kurz vor der Uraufführung von La Calisto 1651 noch eine rein höfische Gattung gewesen, so hatte die Eröffnung des ersten öffentlichen Opernhauses in Venedig 1637 das Genre belebt und für ein bürgerliches Publikum geöffnet. La Calisto ist ein dichtes, facettenreiches Stück Musiktheater, das die Musik eng mit der Dramaturgie des Stückes verknüpft und überdies einen guten Anteil an Gesellschaftskritik aufweist. An die Stelle großer, erhabener Gefühle treten Leidenschaft und Intrige, Ranküne und Frivolität.
 
Die delikate Partitur von La Calisto bietet eine ideale Folie für das spielfreudige Ensemble des Wiesbadener Staatstheaters mit Publikumslieblingen wie Emma Pearson, Sharon Kempton, Merit Ostermann, Thomas de Vries und Erik Biegel. Als Gäste im Ensemble begrüßen wir für diese Produktion den italienischen Tenor Nicola Amodio und den Countertenor Matthew Shaw. Nicola Amodio gibt mit der Doppelrolle Die Natur/Pane sein Deutschlanddebüt. Er erhielt eine spezielle Ausbildung für die Interpretation von Rossini-Opern u. a. von Alberto Zedda und war bisher in England, Frankreich, in der Schweiz und vor allem in Italien zu hören. Matthew Shaw begann seine Karriere erfolgreich als lyrischer Bariton, bevor er 2009 in das Countertenor-Fach wechselte. Erste Erfolge feierte er am Landestheater Linz mit der Partie des Endimione in Cavallis La Calisto, die er jetzt auch in Wiesbaden singt. Hier war er zuletzt als Ottone in Monteverdis Die Krönung der Poppea zu hören. Außerdem sang er am Theater Dortmund, an der Oper Kiel, am Theater an der Wien, an der Semperoper Dresden, an der Deutschen Oper am Rhein und in der Carnegie Hall.
 
Für Wiesbaden hat Sébastien Rouland gemeinsam mit dem Cembalisten Yvon Repérant die Partitur, die nur zum Teil ausnotiert vorliegt, neu bearbeitet und für ein historisches Instrumentarium eingerichtet. Sébastien Rouland hat am Hessischen Staatstheater Wiesbaden mit großem Erfolg bereits Rameaus Platée, Glucks Armide, die szenische Aufführung der Johannes-Passion von Bach und Croesus von Keiser dirigiert. Er zählt mittlerweile zu den meistgefragten Dirigenten seiner Generation und dirigierte u.a. an der Opéra National de Lyon, der Opéra National du Rhin, an der Komischen Oper Berlin, am Theater St. Gallen, am Aalto-Theater Essen sowie an der Oper von Tel Aviv.
 
Regie bei der Neuproduktion La Calisto führt die junge Regisseurin Teresa Reiber, die sich mit mehreren Regiearbeiten in der Wartburg vorgestellt hat, darunter die Uraufführung der Kammeroper Büchners Frauen bei den Maifestspielen 2013, und nun erstmals mit einer Arbeit im Großen Haus zu sehen ist. Nach Regieassistenzen bei Elisabeth Stöppler und Sven Holm ist Teresa Reiber seit der Spielzeit 2010/11 als Regieassistentin für Musiktheater am Hessischen Staatstheater Wiesbaden engagiert und hat seitdem unter anderem bei Konstanze Lauterbach, Dietrich W. Hilsdorf, Immo Karaman, Manfred Beilharz in Tel Aviv und Markus Bothe assistiert. Choreografische Unterstützung erhält sie von Wiebke Dröge, die als freie Choreografin, Dozentin und Autorin arbeitet. 2005 gründete sie ihr eigenes Label und kooperiert seit 2006 mit dem im Künstlerhaus Mousonturm ansässigen Tanzlabor_21/Tanzbasis Rhein-Main und leitet seit 2012 den Tanzperformance Klub_21.
 
Das Bühnenbild stammt von Ricarda Beilharz, die regelmäßig mit eigenen Arbeiten in Wiesbaden zu sehen ist. Letzte Regiearbeiten am Staatstheater waren Der gute Mensch von Sezuan, Emilia Galotti, Die Räuber, Miß Sara Sampson und Die Marquise von O…, außerdem entwarf sie die Bühne für ‚L‘Incoronazione di Poppea, Viva la Mamma und Don Pasquale. Die Kostüme entwirft Michael Sieberock-Serafimowitsch, der in Wiesbaden zuletzt für die Kostüme vom Rosenkavalier verantwortlich zeichnete. Nach ersten eigenen Arbeiten am Theater im Westen in Stuttgart und einem Festengagement an der WLB Esslingen, entwirft er Kostüme und Bühnenbilder für Schauspiel und Oper am Theater Dortmund, Düsseldorfer Schauspielhaus, Staatstheater Darmstadt, Theater Freiburg, Theater Bonn, Staatsschauspiel Dresden und an der Oper Leipzig.
 
Die Premiere wird live in hr2 Kultur übertragen!
 
Musikalische Leitung Sébastien Rouland I Inszenierung Teresa Reiber I Bühne Ricarda Beilharz I Kostüme Michael Sieberock-Serafimowitsch I Choreografie Wiebke Dröge I Dramaturgie Karin Dietrich 
 
Mit: Nicola Amodio (Die Natur/Pane), Emma Pearson (Das Schicksal/Calisto), Sharon Kempton (Die Ewigkeit/Giunone), Thomas de Vries (Giove), Brett Carter (Mercurio), Matthew Shaw (Endimione), Merit Ostermann (Diana/Giove in Diana), Erik Biegel (Linfea), Hye-Soo Sonn/ Christopher Rickerby (Silvano), Sarah Jones/Agnes Szalai (Satirino)
Orchester und Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
 
Weitere Vorstellungen: 17. und 30. März; 11. und 19. April 2014
 
 

—| Pressemeldung Hessisches Staatstheater Wiesbaden |—

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